Fourdrain

Frankreich
Gesamtbelegung: 1907
49°36'36"N; 3°28'4´"E
Département Aisne



1.907 deutsche Kriegstote
1 Toter gehörte der k.u.k. Österr.-Ung. Armee an.

Erster Weltkrieg

Der deutsche Soldatenfriedhof Fourdrain wurde im März 1921 als Sammelfriedhof von den französischen Militärbehörden angelegt. Sie betteten etwa 1 000 deutsche Kriegstote aus 18 angrenzenden Gemeindebereichen sowie Tote aus dem Friedhof im Vorort La Bovette nach hier um. Nach dem deutschen Vormarsch im Spätsommer 1914 wurde Fourdrain Etappenort mit mehreren Lazaretten, in denen viele der eingelieferten Schwerverwundeten ihren Verletzungen erlagen, die sie bei den Kämpfen am Chemin-des- Dames sowie in dem Abschnitt Soissons-St. Quentin in den Jahren 1915 und 1917 sowie bei den Abwehr- und Rückzugskämpfen im Sommer und Herbst 1918 erlitten hatten. Hinzu kamen Soldaten im Etappendienst, die an Krankheiten oder infolge Unfällen starben. Die letzte Beisetzung fand am 17.10.1918 statt. Die hier Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Ost- und Westpreußen, in Posen, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Hessen, Baden, Bayern, Lothringen, Westfalen und im Rheinland sowie in den Hansestädten Bremen, Hamburg und Lübeck lagen.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Instandsetzungsarbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ab November 1928 aufgrund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Neben einer Begrünung des Gräberfeldes erfolgten umfangreiche Baum- und Staudenpflanzungen sowie die Einfassung der Gemeinschaftsgräber, Errichtung eines Gedenksteines und Bau eines neuen Einganges mit Treppenaufgang und geschmiedetem Tor. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges zunächst noch ungelöst bleiben.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Noch im Jahre 1966 erfolgte - dank einer namhaften Zuwendung der Stadt Duisburg - der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Naturstein mit eingravierten Namen und Daten der hier Ruhenden.

Von den 1.907 Gefallenen ruhen 1.261 in Einzelgräbern; 4 blieben namenlos.
In einem Gemeinschaftsgrab mit 646 Opfern sind nur 15 namentlich bekannt.

Die drei Gräber der Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten als Kennzeichen Grabstelen aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:
1. (oben) "Hier ruht begraben... ."

2. (unten) "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden."

Teilnehmer an Jugendlagern des Volksbundes halfen in den Jahren 1965-1967 bei der Begrünung des Gräberfeldes und bei der Anlage des Zufahrtsweges. Ein Hochkreuz wurde als zentrales Mal errichtet.

Pflege:
Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.


Aufnahmen: Fritz Braun