Auf der deutschen Kriegsgräberstätte Focşani sind Soldaten des Ersten und des Zweiten Weltkrieges bestattet.
Belegung
Neben dem Zivilfriedhof "Sfântul Mina" in Focşani wurde 1917 ein "Heldenfriedhof" (Cimitirul Eroilor) für die 3.138 deutschen und rumänischen Soldaten angelegt, die dort im Ersten Weltkrieg ihr Leben verloren hatten. Die meisten dieser Toten ruhen in zwei Gebeinhäusern und in Gemeinschaftsgräbern. In den Jahren 1931 und 1932 ließen rumänische und deutsche Behörden den Friedhof neu gestalten. Unter anderem wurden die Holzkreuze durch solche aus Beton ersetzt. Eine Inschrift am Eingang erinnert an diese Instandsetzung.
1944 war Focşani ein Hauptsammellager für Kriegsgefangene, in dem vermutlich mehr als 20.000 deutsche Soldaten starben. 1952/53 ließen die rumänischen Behörden die Toten aus ihren ursprünglichen Grablagen – Massengräber auf einem heute überbauten Lagergelände und auf anderen Friedhöfen im Stadtgebiet – exhumieren. Sie wurden auf einem etwa 40 mal 90 Meter großen Gräberfeld neben dem Friedhof "Sfântul Mina" in neun Massengräbern eingebettet. Von den dort begrabenen deutschen Soldaten sind knapp zwei Drittel namentlich bekannt. Mehr als 140 deutsche Kriegstote des Zweiten Weltkrieges sind in Einzelgräbern an den Einfriedungsmauern der Anlage zur letzten Ruhe gebettet.
Historie
1992 und 1993 ließ der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. den Friedhof, der nur noch als ungepflegte Grasfläche existierte, herrichten. Im Verlauf der Arbeiten wurden alle Betonkreuze erneuert. Die nicht mehr erkennbaren Gräber des Zweiten Weltkrieges erhielten Symbolkreuzgruppen aus Marmor als neue Grabzeichen. An den Einzelgräbern sind auf Metalltafeln die Namen der Bestatteten verzeichnet. Die Denkmäler und Gedenktafeln wurden erneuert, ein zentraler Gedenkplatz entstand. Der am 11. September 1994 eingeweihte Friedhof ist seit 2010 ein Kulturdenkmal.
Seit dem 10. Dezember 1997 ist das Kriegsgräberabkommen zwischen Rumänien und Deutschland in Kraft. Vertragspartner des Volksbundes ist das rumänische "Regierungsamt für Heldenverehrung", (Oficiului Naţional pentru Cultul Eroilor) in Bukarest. Doch schon ab 1966 konnten Jugendorganisationen mehrere Jahre lang Soldatengräber an unterschiedlichen Orten in Rumänien pflegen. In den 1980er und 1990er Jahren ermöglichten Verhandlungen des Volksbundes mit rumänischen Regierungsstellen und diversen Stadtverwaltungen Instandsetzungsarbeiten an bestehenden Friedhöfen sowie die Neuanlage von Kriegsgräberstätten an mehreren Orten und die Umbettungen von Toten beider Weltkriege.
Besonderheit
Unter den in Focșani bestatteten Toten des Ersten Weltkrieges ist der deutsche Chemiker Eduard Alois Buchner (geboren am 20. Mai 1860 in München). Buchner gilt als Begründer der Enzymologie. Für seine Forschungen und die Entdeckung der zellfreien Gärung erhielt er 1907 den Nobelpreis für Chemie. Als Kriegsfreiwilliger wurde er am 11. August 1917 bei Focșani schwer verwundet. Er starb zwei Tage später.