Frankreich

Flavigny-le-Petit

Gesamtbelegung: 2.336 Tote

Gesamtbelegung: 2.336 Tote


Der deutsche Soldatenfriedhof Flavigny-le-Petit, Département Aisne, wurde Ende August 1914 von der deutschen Truppe angelegt. Mehr als 200 der hier Ruhenden verloren ihr Leben bereits bei den Kämpfen Ende August.

Erster Weltkrieg

Viele Schwerverwundete aus den Kämpfen der Jahre 1915 bis Ende 1917 wurden in die Lazarette in Flavigny und Umgebung eingeliefert und erlagen hier ihren Verwundungen. Die bei weitem größte Zahl an Toten, die hier beigesetzt worden ist, sind Opfer der Angriffe am Chemin-des-Dames, bei Soissons und an der Somme von März bis Herbst 1918. Die französischen Militärbehörden erweiterten nach Kriegsende den Friedhof durch Zubettung weiterer Toter aus den Gebieten von mehr als 35 Gemeinden.

Die hier Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in allen Provinzen des deutschen Reiches lagen.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen

Erste Instandsetzungs- und Ausbauarbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. nach einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Dazu gehörten Baum- und Heckenpflanzungen sowie die Begrünung der Gräberflächen. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des Zweiten Weltkrieges ungelöst.

Endgültige Gestaltung

Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - mit der endgültigen Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich beginnen. Neben einer grundlegenden landschaftsgärtnerischen Überarbeitung der Anlage – dabei wurde auch die trennende Hecke zwischen dem französischen und deutschen Gräberfeld als Zeichen der vollzogenen Versöhnung entfernt – erfolgte 1972 der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Naturstein mit eingravierten Namen und Daten der hier Ruhenden.

Von den 2.336 deutschen Kriegstoten ruhen 1.425 in Einzelgräbern. In einem Gemeinschaftsgrab sind 911 Tote bestattet, davon sind 27 namentlich bekannt.

Die fünf Gräber der Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen statt eines Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:

1. (oben) "Hier ruht begraben ..."
2. (unten) "Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden"

Auf dem benachbarten französischen Soldatenfriedhof ruhen 2.632 französische und 48 britische Gefallene.

Pflege

Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.

Auskunft

Auskünfte über die Lage von Gräbern, die frühere Zugehörigkeit der Gefallenen zu bestimmten Truppenteilen etc. erteilt der
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Bundesgeschäftsstelle
Abteilung Kriegsgräberdienst
Sonnenallee 1
D-34266 Niestetal
Telefon: 0561-7009-0
gn@volksbund.de
www.volksbund.de

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