El Alamein

Ägypten
Gesamtbelegung: 4316
30°53'23.88"N; 28°52'26.78"E

Wegbeschreibung

Der Friedhof El Alamein liegt an der Küstenstraße zwischen Alexandria und Marsa Matruh, ca. 100 km westlich entfernt von Alexandria.

1943 bis 1947 erfolgte durch Umbettungskommandos der britischen Armee die Zusammenbettung der Gefallenen der Commonwealth-Truppen aus verstreut liegenden Wüstengräbern auf einen neu angelegten Kriegsfriedhof. Auf diesen unweit der Bahnstation El Alamein liegend, überführten sie auch die aufgefundenen italienischen und deutschen Toten auf einen Platz am Südosthang der Höhe 33, am Straßenkilometerstein 119, westlich von Alexandria. So entstand eine provisorische Gräberanlage mit 3.000 deutschen und 1.800 italienischen Gefallenen, die den Namen Tell-el-Eyssa erhielt und die im Jahre 1947 in die Betreuung des amtlichen italienischen Gräberdienstes überging. Ende 1953 gestattete die ägyptische Regierung den Einsatz einer vorher in Libyen tätig gewesenen Arbeitsgruppe des Volksbundes auf ihrem Hoheitsgebiet und damit die Bergung von weiteren 1.200 Toten aus verwahrlosten Friedhöfen und Feldgräbern. Sie wurden in ein provisorisches Mausoleum neben dem Friedhof Tell-el-Eyssa geführt.


Ein für eine Kriegsgräberstätte geeignetes Gelände wurde an der Straße Alexandria – Sollum, einen Kilometer nördlich von dem Kilometerstein 115, auf der Höhe 26, drei Kilometer südostwärts der provisorischen Gräberanlage, ausgewählt und von der ägyptischen Regierung kostenlos zur Verfügung gestellt. Dem Entgegenkommen der ägyptischen Regierung war es auch zu verdanken, dass unmittelbar nach der Fertigstellung der Kriegsgräberstätte Tobruk in Libyen im November 1955 die gesamte Baueinrichtung nach Tell-el-Eyssa in Ägypten verlegt werden konnte. Dadurch wurden erhebliche Kosten gespart. Außerdem durfte der Volksbund das für die Errichtung des Baues notwendige Steinmaterial in einem Bruch bei Marsah Matrut gewinnen lassen. Es handelt sich um einen Kalksandstein hellbeiger Farbe. Der Grundriss der Ehrenstätte zeigt die Form eines Achteckes. Jede Ecke ist zu einem Turm ausgebildet. Der äußere Durchmesser einschließlich der Türme beträgt 42 Meter, die Höhe des gesamten Bauwerkes zwölf Meter; die Türme sind etwas niedriger als die Umfassungsmauern.

Das Innere des Baukörpers bildet einen Ehrenhof, um den – ebenso wie in Tobruk – ein Bogengang führt. Zwischen Bogengang und Außenmauer lässt das nach innen vorspringende Mauerwerk der Türme acht Nischen entstehen, von denen eine als Eingangsraum gestaltet ist. Unter den sieben anderen Nischen befinden sich Gruftkammern, in denen die Gefallenen zur letzten Ruhe gebettet sind. Oben in den Nischen stehen jeweils Gedenksteine in Sarkophagform. Auf den Rückwänden der Nischen sind die Namen der darunter bestatteten Gefallenen auf Bronzetafeln verzeichnet. Im Eingangsraum ist die nachstehende Inschrift angebracht, die den unter diesem Raum bestatteten Toten unbekannter Nationalität gewidmet ist und dabei doch fast als eine Aussage der ganzen Ehrenstätte gedeutet werden könnte:


Hier ruhen 31 tote Soldaten unbekannter Nationalität

Alles nahm hier der Tod: Name, Alter und Volk.

Nahm jedes irdisches Maß, machte es wesenlos.

Eines nur blieb als heller Ton in der dunklen Legende

Dieses maßlosen Krieges in der entgötterten Welt;

Wo ihr hier standet im Kampf-

Ob Feind, ob Freund, oder Bruder,

Ob bei den Söhnen Deutschlands, Italiens, Englands,

Ritterlich war eure Art, menschlich hier das Gesetz.

Gott allein kennt euch alle. Er weiß eure Namen,

Er fügt sie ein in seiner strengen wahrhaftigen Ordnung.

Er hält in Händen die Bitte der Lebenden und Toten,

Die Bitte um Frieden.


Die am 28. Oktober 1959 eingeweihte Kriegsgräberstätte El Alamein wurde als eine der ersten deutschen Anlagen der Öffentlichkeit übergeben.

Hier ruhen jetzt 4.213 deutsche Gefallene des Zweiten Weltkrieges sowie 30 Tote des Ersten Weltkrieges. Alle drei Jahre findet hier die internationale Gedenkstunde zur Erinnerung an das Ende der Schlacht um El Alamein statt. Die Veranstaltung findet im Wechsel auch auf dem italienischen und britischen Soldatenfriedhof statt.