Douaumont/Meuse

Trotz der Schrecken des Zweiten Weltkrieges ist der Name VERDUN nicht verblaßt. Nach wie vor verbinden sich mit ihm die Erinnerungen an unbeschreiblichen Opfermut und Ströme von Blut, die hier auf wenigen Quadratkilometern vergossen worden sind. VERDUN - Symbol des Leides und der Trauer, für Frankreich aber auch des Rumes der Nation. VERDUN, die Patenstadt Londons, wurde mit den höchsten Tapferkeitsorden von 20 alliierten Staaten ausgezeichnet.


In der Stadt selbst erinnern mehrere Denkmäler an die "heldenmütige Verteidigung". Das Siegesdenkmal in der Rue Mazel zeigt auf hohem Sockel, zu welchem man auf einer breiten, steilen Treppe aufsteigt, eine überlebensgroße Rittergestalt, unter der sich eine Kapelle befindet. Hier wird das "Goldene Buch" aufbewahrt, welches die Namen aller Offiziere und Soldaten enthält, die bei VERDUN gekämpft haben. Auf dem linken Maasufer, an einem Wall der alten Befestigungswerke, steht das Denkmal der verschiedenen Waffengattungen der französischen Armee. Jeder Zivilfriedhof der Stadt besitzt ein Ehrenfeld für Gefallene. In der Vorstadt Pavé an der zum Doumont führenden Straße liegt der Friedhof "des sept inconnus" - so genannt, weil auf ihm sieben der acht unbekannten Toten ruhen, die in einer Kasematte von Verdun aufgefunden worden waren; einer von ihnen war von einem Kriegsblinden ausgewählt worden, um im Grabmal des unbekannten Soldaten unter dem Arc de Triomphe in PARIS beigesetzt zu werden.


Bei der Auffahrt zum Douaumont sehen wir rechts und links der Straße verschiedene Denkmäler, von denen nur der Löwe von Souville erwähnt werden soll, das Denkmal einer französischen Division, welches zugleich die Stelle bezeichnet, an der die deutschen Truppen der Stadt VERDUN am nächsten gekommen sind. Wir sehen weiterhin das Denkmal für den Kriegsminister Maginot (Maginot-Linie), der 1916 als Sergeant bei Verdun verwundet worden war, sowie das Denkmal für die französischen Soldaten jüdischen Glaubens, "morts pour la France". Bei Verdun ist von 1914 bis 1918 ununterbrochen, wenn auch unter Verschiebung des Schwergewichtes auf die einzelnen Kampfabschnitte und mit wechselnder Heftigkeit, gekämpft worden. Das Kampfgelände erstreckt sich auf die Höhen beiderseits der Maas und gliedert sich in folgende Hauptabschnitte:


Rechts der Maas: Vaux - Souville - Fleury - Douaumont,

links der Maas: Mort Homme - Cote 304 - Argonnen (Vauquois) - Montfaucon - Saint-Mihiel (Woevre).


Der große deutsche Angriff bei Verdun begann am 21. Februar 1916 frühmorgens. Am 25.02. wurde das Fort Douaumont erobert. Größere Erfolge blieben aber versagt. Im Oktober 1916 wurde der deutsche Großangriff abgebrochen, - eine Notwendigkeit, zu welcher besonders die zur Entlastung von Verdun von den Engländern begonnene Durchbruchsaktion an der Somme zwang (24.06. bis 26.11.1916). Die Zahl der Gefallenen ließ sich nie genau ermitteln. Eine französische Schätzung spricht von 360.000 französischen Soldaten, von denen etwa ein Drittel identifiziert werden konnte. In ungezählten Fällen war es nicht möglich, die Toten zu bergen, und ungezählte Male sind Gräber von Granaten mehrfach umwühlt worden. Mehr oder weniger waren die Brennpunkte der Schlacht zu einem einzigen Friedhof geworden und sind es noch heute! Allein bei Fleury z. B. wurden beim Umgraben des Geländes 5.000 Leichen gefunden.


Nach dem Waffenstillstand wurde nach einem Plan des Erzbischofs von VERDUN das ganze Kampfgelände planmäßig durchsucht und z.T. bis zu 8 m tief umgegraben. Dabei wurden in vier Jahren 60.000 Tonnen Blindgänger, Granatsplitter, Stacheldraht und sonstiges Kriegsmaterial aus Metall zusammengetragen. Im Jahre 1926 waren bei diesen Arbeiten zur Bergung und Identifizierung der Toten mehr als 3.000 Mann beschäftigt. Unermüdlich war unter ihnen ein ehemaliger Militärgeistlicher, der Domherr Noel von VERDUN, der erste Kaplan des Ossariums auf dem Douaumont wurde und dieses Amt bis zu seinem Tode 25 Jahre lang ausübte.


Die Toten, die identifiziert werden konnten, wurden auf mehreren Sammelfriedhöfen im Umkreis von Verdun beerdigt, insgesamt etwa 120.000, von denen rund 10 % auf Wunsch der Familien in die Heimat überführt worden sind.

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