Dessau Friehof Heidestrasse

Deutschland
Gesamtbelegung: 497
51°48'49.63"N; 12°14'29.95"O
Auf dem Ehrenfriedhof in Dessau befinden sich die Gräber von 413 deutschen, polnischen und russischen Opfern des 1.Weltkrieges. Viele von ihnen waren in einem der 20 Lazarette und Hilfslazarette verstorben, die in der Stadt zwischen 1914 und 1918 existierten. Der Berühmteste unter den dort begrabenen Kriegsopfern ist Hauptmann Oswald Boelcke, ein Jagdflieger und Träger des höchsten preußischen Ordens, dem "Pour-le-merite", der am 28.Oktober 1916 in Baupame (Frankreich) verstarb.
Zu Ehren der Opfer des 1.Weltkriegs schuf Professor Albin Müller (Darmstadt) das Boelcke Denkmal. Für dessen Herstellung wurde ein Fond eingerichtet, an dem sich unter anderem wohlhabende Dessauerer Bürger und Luftstreitkräfte beteiligten. Die besonderer Ehrung Boelkes beschränkt sich hierbei auf die Errichtung eines dem Denkmal vorgelagerten steinernen Sarkophages. Das Denkmal ist von 22 Stelen umgeben, auf denen die Namen der Dessauer Gefallenen verzeichnet sind. Am 30.Oktober 1921 fand die feierliche Einweihung des Denkmals zusammen mit der Dessauer Bevölkerung und dem damaligem Oberbürgermeister Fritz Hesse statt.

Vom Eingang in der Heidestraße führt ein Kiesweg bis zum Boelcke-Denkmal, an welches sich beidseitig des Mittelweges die Grabflächen der Gefallenen des 1.Weltkrieges anschließen.

Auf dem Friedhof III in der Heidestraße wurde 1968 eine Ehrenstätte für die verfolgten des Naziregimes angelegt. Zu beiden Seiten einer Schräggestellten Platte mit rotem Winkel und der Inschrift "Die Toten mahnen" sind in Reihen rund 130 Namensplatten angeordnet, von denen nur ein geringen Teil ein Todesdatum bis 1945 aufweist, unter ihnen sieben Häftlinge des KZ Buchenwald, die auf Evakuierungsmarsch im April 1945 in der Umgebung des Stadt ermordet aufgefunden worden waren. Die Sterbedaten gehen bis in die neunziger Jahre.

Quelle: S.Endlich und N. Goldenbogen, Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus, Band II. Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 1999.

Auf den elf Friedhöfen der Stadt ruhen 422 Kriegstote. Mit einem Bundeswehreinsatz wurde 1994 damit begonnen, den Friedhof im Stadtzentrum nach Vorschlägen der Bauabteilung des Volksbundes neu zu gestalten.

Aufnahme: F. Braun

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