Frankreich

Damvillers

Gesamtbelegung: 1.113 Tote

Gesamtbelegung: 1.113 Tote


Die französische Gemeinde Damvillers im Département Meuse liegt etwa 20 Kilometer nördlich von Verdun.

Belegung

Im Großraum Verdun ruhen heute auf 64 Kriegsgräberstätten 73.000 französische und 85.000 deutsche Soldaten. Zu den 1.113 Toten in Damvillers gehören auch vier Soldaten der österreich-ungarischen Armee sowie zwei belgische Zivilinternierte.

Der Kampf um Verdun dauerte von Februar 1916 bis August 1917. Er forderte auf beiden Seiten fast 300.000 Menschenleben und zerstörte nahezu drei Viertel aller Orte im Kampfgebiet. Die Zahl der Toten, die nicht geborgen werden konnten, liegt vermutlich auf beiden Seiten bei jeweils rund 20.000.

Von den hier Begrabenen, darunter 70 namenlose, ruhen 1.112 in Einzelgräbern. Eine unbestimmte Zahl von Toten – unter ihnen ein namentlich bekannter – ist in einem Gemeinschaftsgrab bestattet. Die Gräber zweier Kriegstoter jüdischen Glaubens kennzeichnen aus religiösen Gründen je eine Stele aus Naturstein statt eines Kreuzes.

Historie

Der im Januar 1920 in Kraft getretene Versailler Friedensvertrag legte in Artikel 225 fest, dass die alliierten und assoziierten Mächte sowie die deutsche Regierung die Gräber der in den betreffenden Ländern bestatteten Heeres- und Marineangehörigen zu achten und zu unterhalten haben.

Eine 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffene Vereinbarung ermöglichte dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., sich mit ersten Arbeiten auch um die Anlage in Damvillers zu kümmern. Er pflanzte Bäume und Sträucher. Ein umfassender Ausbau und die dauerhafte Kennzeichnung der Gräber waren wegen des Devisenmangels vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nicht möglich.

Erst auf der Grundlage des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund – mit finanzieller Unterstützung seitens der Bundesregierung – die deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich gestalten. Da hatten freiwillige jugendliche Helferinnen und Helfer schon viel geleistet: Im Sommer 1961 hatten sie eine Drainage in die versumpften Flächen des Friedhofes gelegt. In der Folgezeit errichteten sie Wall und Graben als äußere Einfassung. Die Gräberflächen wurden planiert und anschließend begrünt.

1971 wurden die Grabzeichen aus Beton und Holz durch Kreuze aus Metall mit den Namen und Daten der dort Ruhenden ersetzt. Zuvor hatten Jugendliche dafür – ebenfalls im Rahmen von Workcamps – 35 Kilogramm schwere Betonfundamente gesetzt. Den Transport der Fundamente hatte die Bundeswehr übernommen. Der Eingangsbereich wurde neu gestaltet, Büsche und Bäume wurden gepflanzt.

Besonderheit

Im Zuge der Neugestaltung der Kriegsgräberstätte Damvillers wurde ein kleines, schon während des Ersten Weltkrieges errichtetes Denkmal des Reserve-Feld-Lazaretts Nr. 48 restauriert. Damvillers ist eine der ersten Gemeinden, in der unter dem Motto "Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden" Volksbund-Workcamps (damals "Jugendlager") stattfanden.

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