Courrières

Frankreich
Gesamtbelegung: 2216
50°27'24''N; 2°56'56''E
Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen 2.216 deutsche Kriegstote des I. Weltkrieges.

Département Pas-de-Calais


Der deutsche Soldatenfriedhof Courrières wurde im Herbst 1914 von der deutschen Truppe angelegt. Die hier ruhenden Toten waren zum großen Teil als Schwerverwundete in die Lazarette in Courrières eingeliefert worden und dort gestorben. Ihre Truppenteile sind an den schweren Kämpfen des Herbstes 1914 sowie des Frühjahrs und Herbstes 1915 in dem Gebiet zwischen Arras und La Bassée beteiligt gewesen. Auch der mit Erbitterung geführte Stellungskrieg forderte viele Opfer. Besonders hoch waren die Verluste im Verlauf der "Osterschlacht bei Arras" im Frühjahr 1917 und des britischen Großangriffs in Flandern, der von Juli bis Dezember andauerte, sowie des deutschen Angriffs im April 1918 in Richtung Armentiers-Kemmelberg. Ein weiterer Teil der hier Ruhenden starb in Folge des alliierten Großangriffes von Juli bis September 1918. Die französischen Militärbehörden vergrößerten nach Kriegsende den Friedhof ganz erheblich durch Zubettungen aus dem Bereich umliegender Gemeinden. Die Toten gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Schlesien, Sachsen, Thüringen, Anhalt, Pommern, Schleswig-Holstein, Hannover, Oldenburg, Westfalen, Baden, Bayern, Elsaß, Lothringen und im Rheinland lagen.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Jahre 1928 auf Grund einer 1926 mit den zuständigen französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Außer einer gärtnerischen Überarbeitung der gesamten Anlage und Begrünung der Gräberflächen wurden Bäume und Sträucher in großer Zahl gepflanzt sowie ein Hochkreuz aus Naturstein als zentrales Mal errichtet. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. 1979 erfolgte der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden. Die 35 Kilogramm schweren Kreuzfundamente versetzten freiwillige Helfer eines Jugendlagers des Volksbundes an den Gräbern. Den Transport der Fundamente übernahm die Bundeswehr und leistete damit, ebenso wie die Jugendlichen, eine bedeutende Unterstützung der Arbeit des Volksbundes.

Die 2.216 Gefallenen ruhen in Einzelgräbern. Von ihnen blieben neun unbekannt.

Die acht Gräber der Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen statt des Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:
1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."

2. (unten) "Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden."

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