Connantre

Frankreich
Gesamtbelegung: 8931
48°43'37.2"N; 3°55'10.6"E
Département Marne



8.931 deutsche Kriegstote

Erster Weltkrieg

Der deutsche Soldatenfriedhof Connantre wurde im Jahre 1922 von den französischen Militärbehörden als Sammelfriedhof für die innerhalb von 67 Gemeinden in zahllosen provisorischen Feldgräbern ruhenden deutschen Gefallenen angelegt. Sie hatten während der ersten Marneschlacht Anfang September 1914 südlich des Flusses ihr Leben verloren. Da seinerzeit aus klimatischen Gründen die Toten sehr schnell beerdigt wurden, war eine spätere Identifizierung im Rahmen der Zusammenbettung nur bei etwa der Hälfte möglich. Ihre letzte Ruhestätte fanden hier auch deutsche Kriegsgefangene, die in Lazaretten ihren Wunden erlagen oder in Lagern starben. Die heute hier Ruhenden gehörten den Garde-Regimentern und Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Ost- und Westpreußen, Schlesien, Sachsen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Westfalen, Württemberg und dem Rheinland lagen. Insgesamt gehörten sie zu 92 Infanterie-, 6 Kavallerie- und 14 Artillerie-Regimentern nebst Pionier-, Flieger-, Sanitäts- und sonstigen Nachschubeinheiten, die hier seinerzeit im Einsatz waren.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ab 1928 aufgrund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Es wurden Bäume und Büsche gepflanzt, die Gräberflächen begrünt, eine Hecke als Einfriedung gesetzt, die Gemeinschaftsgräber mit Mauerwerk aus Naturstein eingefasst sowie ein neuer Eingang mit Flügelmauern mit geschmiedetem Tor geschaffen. Als zentrales Mal dient eine Terrakottaplastik (gefertigt in der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Nymphenburg). Die Plastik ist geschützt durch ein kunstvoll gearbeitetes Kupfergitter. Zwei kleine aus Naturstein erbaute Häuschen dienten als Unterstellungsmöglichkeit für Besucher und als Geräteraum für die Friedhofsbetreuer. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges zunächst noch ungelöst.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Außer einer grundlegenden landschaftsgärtnerischen Überarbeitung des gesamten Friedhofsareals erfolgte ab 1972 der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Naturstein mit eingravierten Namen und Daten der hier Ruhenden.

Von den 8.931 Gefallenen ruhen 526 in Einzelgräbern; vier von ihnen blieben namenlos.
In den beiden Gemeinschaftsgräbern sind 8.369 Opfer bestattet, hiervon blieben 5 166 Gefallene unbekannt.

Das Grab eines Gefallenen jüdischen Glaubens erhielt aus religiösen Gründen als Kennzeichnung statt eines Kreuzes eine ebenfalls aus Naturstein gefertigte Grabstele. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:
1. (oben) "Hier ruht begraben... ."

2. (unten) "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden."

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