Colmar

Von Straßburg aus führt die N 83 nach Colmar. Alte Häuser inmitten kleiner Gärten, Waschplätze am Fluss und enge Straßen mit malerischen Winkeln - darin liegt der Reiz Colmars, einer Stadt aus dem Ende des Mittelalters und den Anfängen der Renaissance. Von den zahlreichen sehenswerten Häusern mit ihrem Fachwerk, zierlichen Erkern und verschnörkelten Giebeln sind das Haus Pfister, das Kopfhüs und das Haus der Chevaliers de Saint-Jean besonders zu erwähnen. Die Dominikaner-Kirche (13. Jahrhundert) birgt das wertvolle Gemälde Martin Schongauers "Maria am Rosenhang". Das ehemalige Dominikanerinnenkloster Unterlinden ist heute ein Museum. In der Klosterkapelle findet der Besucher das Meisterwerk Matthias Grünewalds, den Isenheimer Altar. Erst Ende des 20. Jahrhunderts war es aufgrund neuer wissenschaftlicher Methoden möglich, dieses einmalige Kunstwerk Matthias Grünewald zuzuordnen. Der Künstler schuf dieses Werk in der Umgebung von Colmar, im Antoniterkloster zu Issenheim. Man kann den Altar in viele hundert Bilder aufteilen, von denen keines dem anderen in Thema und Ausdruck gleicht. Das Werk ist eines der wertvollsten Kunstschätze Frankreichs. In dem Museum werden außerdem Überreste von heute verschwundenen Klöstern und Kirchen gezeigt.

Im Norden der Stadt Colmar wurde eine Kriegsgräberstätte für 863 deutsche Gefallene des ersten Weltkrieges angelegt. Sie grenzt unmittelbar an den französischen Nationalfriedhof Colmar. Auf dem benachbarten israelitischen Friedhof ruhen drei deutsche Kriegstote. Der Linge-Pass, etwa 25 Kilometer von Colmar entfernt, war 1915 Schauplatz schwerster Kämpfe. Man kann noch heute die Linienführung der Schützengräben erkennen. Ausgrabungsfunde des Ersten Weltkrieges werden in einem kleinen Museum am Linge-Pass ausgestellt. Auf der hier in der Nähe angelegten Kriegsgräberstätte Hohrod-Bärenstall ruhen 2460 deutschen Gefallene des Ersten Weltkrieges.

Man kann auch über die elsässische Weinstraße von Straßburg aus nach Colmar gelangen. Die Straße schlängelt sich am Rande der ersten Vogesenausläufer durch die Weinberge und bildet die Verbindung zwischen den alten malerischen Weindörfern. Jedes Dorf hat typische Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten (einige Dörfer sind zum Beispiel: Wangen, Molsheim, Rosheim, Obernai, Mittelbergheim, Selestat, Ribeauvillé, Riquewihr). Die schönsten Stellen dieser Dörfer sind während der Sommerzeit abends angestrahlt. Hier, wo in den Weinbergen die edelsten Weine heranreifen, leben die Menschen insbesondere vom Weinbau und Tourismus. Zur Zeit der Weinlese, von September bis Oktober, findet man häufig alle Familienangehörigen bei der teilweise beschwerlichen Arbeit im Weinberg.