Chisinau

Moldawien
Gesamtbelegung: 6525
47°4'36.68"N; 28°49'45.22"E

Wegbeschreibung

Der Friedhof von 3 ha Größe liegt am Rande der Stadt Chisinau, bereits auf dem Gebiet der Gemeinde Gratiesti, ca. 200 m nördlich des neuen Zivilfriedhofes der Stadt Chisinau und unterhalb des neuen Gemeindefriedhofes.

Deutsche Kriegsgräberstätte Chisinau

Das Gelände erstreckt sich, von der Stadt kommend, auf der linken Seite entlang der leicht abfallenden "Strada Doina" auf 300 m Länge und misst 100 m in der Tiefe. Durch ein kleines Eingangsgebäude mit vorgelagertem Parkplatz betritt man den Friedhof. Von hier führt ein leicht ansteigender diagonal zum Gelände verlaufender, mit Granit gepflasterter Weg zum ca. 7 m hohen Hochkreuz aus Metall als zentralem Punkt der Anlage.

Ein Rundweg erschließt das Gelände. Entlang seiner Frontseite wird der Friedhof durch einen schmiedeeisernen Zaun gefasst, die anderen drei Seiten sind durch einen Drahtzaun mit starken Eisenpfosten begrenzt. Symbolkreuzgruppen aus jeweils drei Granitkreuzen bestehend, sind rhythmisch über die Anlage verteilt. Das Gelände ist mit Rasen begrünt. Baum- und Strauchpflanzungen entlang des Zaunes wie auch Einzelbäume auf der Fläche werden im Laufe der Zeit das Raumbild nachhaltig prägen. Bis Ende 2017 konnten 6.525 Tote eingebettet werden. Die Namen von 5.544 Toten, darunter auch Namen von in Kameradengräbern nicht geborgenen Toten, sind nach Bestätigung durch die Deutsche Dienststelle auf Granitstelen verewigt, die den betreffenden Gräberblöcken zugeordnet sind.

Auf dem Staatsgebiet der Republik Moldau sind im Zweiten Weltkrieg sehr viele deutsche Soldaten gefallen und in Gefangenschaft gestorben. Verlässliche Zahlen liegen nicht vor. Besonders im Raum Chisinau und am unteren Dnjestr gab es heftige Gefechte. Ordnungsgemäße Bestattungen durch die Wehrmacht waren kaum möglich, so dass der Volksbund bis heute noch im ganzen Land nach Feldgräbern sucht. Mit dem Inkrafttreten des deutsch-moldauischen Kriegsgräberabkommens im Mai 1997 wurde die rechtliche Grundlage geschaffen, diesen Sammelfriedhof am nördlichen Stadtrand der Hauptstadt Chisinau, auf dem Gebiet der Gemeinde Gratiesti, zu errichten. Mit diesem Vertrag soll die Erhaltung und Pflege der im Hoheitsgebiet der Republik Moldau liegenden deutschen Kriegsgräber in würdiger Weise und gemäß den Bestimmungen des geltenden humanitären Völkerrechts sichergestellt werden.

Der Volksbund hat im Jahr 1998 mit der Erfassung und Sondierung von Soldatengräbern begonnen. Die ersten Einbettungen erfolgten im Jahr 2001. Bis zum Ende des Jahres 2010 wurden die Gebeine von Toten aus Hunderten von Grablagen geborgen und hier neu eingebettet. Weitere Einbettungen werden folgen. Nach Abschluss der Arbeiten sollen hier einmal über 30.000 deutsche Gefallene ihre letzte Ruhestätte erhalten.


Die Übergabe der Anlage an die Öffentlichkeit ist am 20. Mai 2006 erfolgt.


Hinweise zu den Angaben im Namenbuch

Bei den im Gedenkbuch verzeichneten Namen werden verschiedene Begriffe verwendet, die im Folgenden erläutert werden:



„Zum Gedenken“
Der Kriegstote konnte von unserem Umbettungsdienst in seinem ursprünglichen Bestattungsort oder Todesort nicht geborgen werden. Seine persönlichen Daten sind „Zum Gedenken“ in Namenbuch der Kriegsgräberstätte verzeichnet.


„Unter den Unbekannten“
Der Kriegstote konnte nicht eindeutig zu den geborgenen und zweifelsfrei identifizierten Toten zugeordnet werden. Er ruht jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit in dem angegebenen Block des Friedhofes und ist einer von dort als „Unbekannter deutscher Soldat“ bestatteten Toten.


„Vermisst“
Die Person gilt noch immer als vermisst bzw. verschollen. Das dem Begriff „vermisst“ folgende Datum ist der vom Angehörigen bzw. von der Deutschen Dienststelle oder vom Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes angegebene Tag, seit dem der Genannte als vermisst gilt bzw. der Tag der letzten Nachricht. Die sich anschließende Bezeichnung ist der Vermisstenort, bzw. der Ort der letzten Nachricht.


Keine Grablageangabe
Der Kriegstote ruht noch in seiner Ursprungsgrablage. Eine Umbettung hat noch nicht stattgefunden.