Hier ruhen 1.7003 deutsche Kriegstote. Auf dem benachbarten französischen Gräberfeld ruhen 465 und auf dem britischen Gräberfeld 982 Kriegstote. Auf dem Gemeindefriedhof selbst befinden sich weitere 215 Gräber französischer Kriegstoter.
Erster Weltkrieg
Der deutsche Soldatenfriedhof Chauny liegt im Département Aisne und wurde bereits im Herbst 1914 als Teil des Gemeindefriedhofes angelegt. Ab April 1915 nahmen die französischen Militärbehörden eine Zusammenlegung der Kriegstoten aus 39 benachbarten Gemeindebereichen vor. Allein auf dem deutschen Gräberteil wurden hierbei 700 Tote zugebettet, der französische und britische Gräberteil entstanden neu.
Etwa 500 der hier ruhenden deutschen Opfer verloren ihr Leben während des deutschen Vormarsches Ende August 1914 und der Offensive nach dem Rückzug von der Marne Mitte September 1914. Das Gebiet umfasste die Orte Reims, Chemin-des-Dames, Soissons und Noyon. Andere starben in den in Chauny und Umgebung eingerichteten Lazaretten an den Folgen ihrer Verletzungen. Weitere 400 Tote wurden bis März 1917 auf dem Friedhof beigesetzt. Aufgrund der bis in den September 1918 andauernden Kämpfe erhöhte sich nochmals die Zahl der Kriegstoten.
Die hier Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Westpreußen, Pommern, Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Hessen, den Rheinladen, Elsass-Lothringen sowie in den Hansestädten, Bremen Hamburg und Lübeck lagen.
Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aufgrund einer 1926 mit den zuständigen französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber blieb allerdings infolge Devisenmangels und des Zweiten Weltkrieges ungelöst.
Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung – die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen.
1976 folgte der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Naturstein mit eingravierten Namen und Daten der hier Ruhenden. In den Jahren 1974 – 1976 folgte eine grundlegende gärtnerische Überarbeitung der gesamten Friedhofsfläche. Das Gemeinschaftsgrab erhielt eine Einfassung aus Naturstein. Ein Monolith aus Naturstein bildet den Mittelpunkt der Anlage. Durch Entfernen der bisher trennenden Hecken und Mauern wurden das britische, das französische und das deutsche Gräberfeld zu einer gemeinsamen Kriegsgräberstätte zusammengefasst.
Von den 1.703 Gefallenen ruhen 1.516 in Einzelgräbern; sechs blieben namenlos. In den Gemeinschaftsgräbern mit 187 Kriegstoten sind nur 19 namentlich bekannt.
Das Grab eines Gefallenen jüdischen Glaubens erhielt aus religiösen Gründen statt eines Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:
1. (oben) "Hier ruht begraben ..."
2. (unten) "Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden"
Pflege
Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.
Auskunft
Auskünfte über die Lage von Gräbern, die frühere Zugehörigkeit der Gefallenen zu bestimmten Truppenteilen etc. erteilt der
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Bundesgeschäftsstelle
Abteilung Kriegsgräberdienst und Internationale Beziehungen
Sonnenallee 1
D-34266 Niestetal
Telefon: 0561-7009-0
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