Bourdon

Frankreich
Gesamtbelegung: 22216
49°59'14.80"N; 2° 5'0.73"E

Wegbeschreibung

Der deutsche Soldatenfriedhof Bourdon liegt 18,5 km nordwestlich von Amiens an der Straße Amiens­Abbeville. Über eine Umgehungsstraße umfährt man Amiens und kommt direkt auf die N 1 Richtung Abbeville, bis ca. 4 km vor Flixecourt. Dort biegt man links auf die D 81 ab und erreicht nach ca. 3 km den Friedhof. Cimetiere Militaire Allemand, 16 rue du 8 Mai 1945, 80310 Bourdon

Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen 22.216 Kriegstote.


Die Schlachten an der Somme kosteten während des Ersten Weltkrieges Hunderttausende Menschenleben. Daran erinnern bis heute zahlreiche Friedhöfe der beteiligten Nationen. Aber auch
während des Zweiten Weltkrieges, im Juni 1940, ist die Sommegegend wieder der Schauplatz heftiger Kämpfe: dieses Mal jedoch im Unterlauf und im Küstenbereich. Die deutschen Truppen, insbesondere die Panzereinheiten, stoßen rasch vor in Richtung Ärmelkanalküste, die sie am 20. Mai 1940 erreichen. Boulogne fällt am 25. Mai, Calais am 26. Mai 1940; Lille wird am 29. Mai eingenommen.

Ungefähr 400 000 französische und englische Soldaten sind eingekesselt. Churchill entscheidet, das britische Expeditionsheer via Dünkirchen zu evakuieren. Trotz der deutschen Luft- und Panzerangriffe gelingt es, rund 300 000 britische, französische und auch einige Tausend belgische Soldaten auf dem Seewege zu evakuieren. Die bei diesen Kampfhandlungen und beiden Rückzugskämpfen Ende August/Anfang September 1944 in den Départements Nord, Pas-de-Calais und Somme gefallenen beziehungsweise später in Gefangenschaft verstorbenen deutschen Soldaten ruhen auf dieser
Kriegsgräberstätte.

1961 begann der Volksbund damit, die deutschen Toten aus Grablagen in den umliegenden Départements zu bergen. 22 Kilometer nordwestlich von Amiens legte er den Friedhof Bourdon als zentralen Sammelfriedhof an. Der Friedhof wurde am 16. September 1967 eingeweiht. Sein wichtigstes Merkmal ist der zehn Meter hohe Rundbau aus Pfälzer Sandstein mit einem Durchmesser
von zwölf Metern (Titelbild). Im Innenraum steht die von Prof. Gerhard Marcks geschaffene Marmorplastik "Die Mutter". Sie verkörpert den Schmerz aller Mütter dieser Welt um ihre im Krieg gefallenen Söhne.

Der Raum wird durch eine Öffnung in der Decke und durch sechs schmale Schlitze im Mauerwerk beleuchtet. Ein breiter Rasenweg führt zu dem zwölf Meter hohen Holzkreuz. Zu beiden Seiten des Weges liegt das Gräberfeld. Es ist in 44 Blöcke eingeteilt. Kreuze aus französischem Kalkstein tragen auf beiden Seiten je drei Namen.

Der Landesverband Nordrhein-Westfalen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist Pate dieses Friedhofes.

Nach dem Besuch des Friedhofes sollten Sie nicht versäumen, das in der Nähe gelegene Dorf Picquigny zu besuchen; berühmt durch das Treffen auf einer Flussinsel in der Somme im Jahre 1475 zwischen dem französischen König Ludwig XI. und dem englischen König Eduard VI. Zu sehen ist noch die Ruine eines Schlosses aus dem XII. Jahrhundert sowie die Stiftskirche St. Martin aus dem XV. Jahrhundert. Auf dem rechten Sommeufer wurde Samara, der größte archäologische Park Frankreichs, eingerichtet. Sehenswert ist ebenfalls Amiens mit seiner Kathedrale Notre-Dame, die das größte gotische Bauwerk Frankreichs darstellt. Lohnend ist auch eine Fahrt an die Sommebucht, genannt die Camargue der Region Nord, mit malerischen Fischerdörfern wie zum Beispiel Saint Valéry-sur-Somme mit seiner Spezialität Fischsuppe und dem ornithologischen "Park du Mar quenterre" am rechten Ufer.