Bordj-Cedria

Tunesien
Gesamtbelegung: 8562
36°41'48.37"N; 10°23'47.08"E

Wegbeschreibung

Vom Flughafen Carthage oder vom Hafen La Goulette zum Stadtzentrum, von hier der Avenue de Carthage und außerhalb der Stadt der Nationalstraße 1 in Richtung Sousse folgend (ausgeschildert). Nach etwa 30 km wird Hammam Lif. passiert, und etwa 3 km danach zweigt die Zufahrtsstraße zum Friedhof rechts ab. Die Bahnstation Bordj Cedria liegt gegenüber der AbzweigungAufgrund des hohen Verkehrsaufkommens und der versicherungsrechtlichen Lage wird dringend empfohlen, die deutschen Kriegsgräberstätten mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus oder Taxi) zu besuchen (siehe auch "Reisehinweise Auswärtiges Amt"). Eine behindertengerechte Zufahrtsmöglichkeit ist vorhanden.

Als ein unübersehbares Mahnzeichen wirkt die am 28. September 1977 eingeweihte Kriegsgräberstätte Bordj Cedria in die tunesische Landschaft hinein. Hier ruhen 8.564 bei den Kämpfen von November 1942 bis Mai 1943 in Tunesien gefallene oder in Gefangenschaft verstorbene deutsche Soldaten.


Das deutsch-tunesische Kriegsgräberabkommen vom 28. März 1966 bildete die Rechtsgrundlage, um den auf tunesischem Territorium verstreut liegenden Gefallenen ein dauerndes Ruherecht zu sichern.

In Bordj Cedria, etwa 25 Kilometer östlich von Tunis, befindet sich die deutsche Kriegsgräberstätte, im Bereich der Küstenzone, am Nordwesthang des Gebirgsausläufers Keddel.

Auf der Hauptstraße Nr. 1 von Tunis nach Sousse zweigt drei Kilometer nach Hamman-Lif der rund 800 Meter lange Zufahrtsweg nach Süden zur Kriegsgräberstätte ab. Vorwegweiser kennzeichnen die Zufahrt.

Am Endes des Parkplatzes ist das Eingangsgebäude mit der Verwalterwohnung als Abschluss quer zum Hang gelagert. Ein Deutsch sprechender Tunesier betreut im Auftrage des Volksbundes mit vier Pflegearbeitern die Gräberstätte. Eine überdachte Treppe führt zu dem offenen, gegen Sonne und Regen geschützten Besucherraum. Zwischen Treppenaufgang und diesem Raum ist ein schmiedeeisernes Gitter gezogen. Die entgegengesetzte Seite des Besucherraumes ist mit farbig glasierten Kacheln gestaltet und zeigt in Umrissen das Land Tunesien mit den ursprünglichen Grablageorten. Gebrannt wurden diese Kacheln in Nabeul, einer alten tunesischen Töpferstadt. Der eingebrannte Text lautet:

„Diese Kriegsgräberstätte wurde in den Jahren 1973 bis 1975 errichtet. Hier fanden die ursprünglich in Bizerta, El M Dou, La Mornaghia, Mateur, Nassen und SFax bestatteten deutschen Soldaten ihre endgültige Ruhestätte“.

Ein gepflasterter Weg führt hinauf zur Gräberstätte, die auf einer vorgeschobenen Hangschulter liegt. Über einige Stufen wird der zentrale, baumbestandene Innenhof erreicht. Entsprechend der Hanglage sind sechs gestaffelt versetzte Einzelhöfe mit den in Ossarien (Gebeinhäuser) geborgenen Toten gruppiert.

Der inmitten des zentralen Gedenkhofes stehende Gedenkstein trägt in arabischer, deutscher und französischer Sprache die Inschrift: „In dieser Gräberstätte ruhen 8.562 deutsche Soldaten von 1939 bis 1945“. Vier immergrüne Bäume spenden Schatten.

Jede der Tafeln trägt sieben bis zehn Namen. Bei der Umbettung konnten einem großen Teil der etwa 2.000 unbekannten Toten durch Identifizierung die Namen wiedergegeben werden. Ruhebänke laden in den einzelnen Höfen mit ihren grünen Pflanzeninseln zum Verweilen und zur Besinnung ein. Öffnungen in den Wänden geben den Blick frei, der weit nach Norden bis zur blauschimmernden Bucht von Tunis, nach Süden auf felsige Gebirgszüge und zu Füßen der Gräberstätte auf die Talebene mit ihren Olivenhainen und Weinfeldern reicht.