Bastia

Frankreich
Gesamtbelegung: 839
42°40'11.61"N; 9°26'21.51"E

Wegbeschreibung

2 km südlich der Stadt, westlich der N193; In der Nähe des Gemeindefriedhofes.

Bastia, an der Ostküste der französischen Insel Korsika gelegen, zählt zu den heute vom Fremdenverkehr gesuchten schönsten Hafenstädten des Mittelmeeres. Die Insel ist während des zweiten Weltkrieges nur kurze Zeit zum Schauplatz von Kämpfen geworden. Bis zum September 1943 war sie hauptsächlich von italienischen Truppen besetzt gewesen, zu denen nur schwache deutsche Kräfte hinzukamen. Als nach Landung der Alliierten auf Sizilien und deren Vordringen auf dem Festland Italien am 8. September 1943 einen Waffenstillstandsvertrag abschloss, wurde zunächst die auf der Nachbarinsel Sardinien stationierte 90. Pz.-Gr.-Div. über die Meerenge von Bonifacio nach Korsika übergesetzt. Im Verlauf der nachfolgenden Räumung der Insel Korsika spielte der Hafen Bastia als Einschiffungshafen nach dem italienischen Festland eine wichtige Rolle. Bei dieser Operation entwickelten sich heftige Kämpfe, an denen auch Truppen des Generals Giraud teilnahmen, die von Ajaccio aus, wo sie gelandet waren, angriffen. In der Nacht vom 3./4.10.1943 verließen die letzten deutschen Truppen die Insel.


Zu diesem Zeitpunkt bestand schon 3 km südlich der Stadt Bastia ein von der deutschen Wehrmacht angelegter Soldatenfriedhof. Er lag in der Nähe des Gemeindefriedhofs, unmittelbar westlich der Route National 193, der wichtigsten und größten Straße Korsikas, Verbindung zwischen Bastia und Ajaccio. Da seine Lage an der Hauptverkehrsstraße einen angemessenen Ausbau unmöglich machte, musste im Rahmen des im Jahre 1955 in Kraft getretenen deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens die Anlegung eines neuen Friedhofs vorgesehen werden, für alle auf der Insel Korsika gefallenen und verstorbenen deutschen Soldaten.


Die hierzu erforderlichen Umbettungen begannen Im Jahre 1964 und wurden von den Umbettern des Volksbundes bereits im März des gleichen Jahres zu Ende geführt. Im Verlauf dieser Umbettungen gelang es, eine Anzahl bisher nicht bekannt gewesener Gräber aufzufinden und eine große Anzahl unbekannter Toter zu identifizieren. Das Gräberfeld mit den 839 Gräbern der deutschen Soldaten wurde in 4 Terrassen angelegt. Diese werden von einem mit Natursteinplatten befestigten Hauptweg durchschnitten. So entstanden 8 Gräberblöcke, die durch lockere Bepflanzung der niedrigen Böschung voneinander getrennt sind. Die Gefallenen wurden in dem Hanggelände in Einzelreihen beigesetzt. Ihre Gräber sind durch liegende Grabsteine mit den Namen und Lebensdaten von je zwei Gefallenen aus Obernkirchener Sandstein gekennzeichnet. Am Fußende des Grabes stehend blickt der Angehörige auf das beschriftete Grabzeichen und das vor ihm aufsteigende Hochkreuz.



Auf Wunsch der Stadtverwaltung Bastia wurde dem Friedhof durch eine reichblühende Rahmenpflanzung aus Bäumen, Sträuchern und Stauden ein parkähnliches Aussehen gegeben, im Hinblick darauf, daß er sich späterhin im besiedelte Stadtgebiet befinden wird. Wir finden hier u. a. Akazien, Magnolien, Tamarix, Berberitze, Cotoneaster, Forsythie, Hibiscus, Oleander, Rosen, Chrysanthemen und Erica. Außerhalb der Friedhofsmauer und im Geländestreifen westlich des Pergolaganges sowie auf der gesamten nördlichen Fläche zwischen dem öffentlichen Weg und dem Friedhof wurde der vorhandene Baum- und Buschbestand durch Zupflanzung ergänzt.



Der Hauptweg führt zu einem Ruheplatz in der Nordostecke des Friedhofes. Dieser wurde eingerichtet, um den Besuchern nach dem Verweilen am Grabe ein Ausruhen mit dem Blick auf die reizvolle Landschaft zu ermöglichen. Der Platz ist erhöht angelegt; der Rundblick von hier verbindet das Gräberfeld und das Hochkreuz mit der weiten See, der Ebene und der gewaltigen Bergkette im Westen zu einem bleibenden Eindruck. Das Gräberfeld birgt heute 839 Tote, darunter 28 gestorbene Kriegsgefangene des Ersten Weltkrieges.



Der neue Friedhof befindet sich am südlichen Rande der Stadt Bastia auf einem mit mächtigen Korkeichen und Eukalyptusbäumen hainartig bestandenen Hang, der sich zwischen den das Innere der Insel bildenden Bergen und dem Mittelmeer als Küstenstreifen hinzieht.



Von der aus Bastia nach Süden führenden Hauptstraße Route National 193 zweigt eine Seitenstraße in südwestlicher Richtung ab, die durch die neue Stadtrandsiedlung hindurch zu dem weiter südlich gelegenen Soldatenfriedhof führt.


Das Friedhofsgelände fällt von Westen nach Osten leicht ab. Von hier hat man gute Sicht nach Osten zum Meer und nach Süden zum Gebirge, während die Sicht nach Norden und Nordwesten durch Baum- und Buschbestand verwehrt ist.


Die gesamte Anlage wird von einer Mauer aus „Pierre verte de Bastia", grüner Stein von Bastia, einem örtlich gebrochenen Kalkstein, der für sämtliche Gebäude verwendet wurde, umschlossen. Die Mauer folgt in ihrer Höhenlinie dem Hang; sie bietet Schutz gegen eindringendes Wild, Schafe und Ziegen.



Durch eine schmale Eingangspforte aus Schmiedebronze betritt der Besucher die Anlage. Durch den mit Mauern eingefriedeten plattenbelegten Vorhof gelangt er dann zu dem Friedhof hin offenen Pergolagang, der die Anlage an ihrer Westseite begrenzt. Nun erst liegt der Friedhof überschaubar vor seinen Blicken. Er ist in zwei Hauptbezirke eingeteilt: Der höherliegende Eingangshof mit der Pergola und der Eingangshalle und das tieferliegende Gräberfeld.



Der mit Natursteinplatten befestigte Eingangshof wird durch die Eingangshalle, den Pergolagang und einen Teil der Umfassungsmauer an drei Seiten umschlossen. Auf der Grenze zwischen Eingangshof und Gräberfeld erhebt sich ein ca. 4 m hohes breites Kreuz aus weißem Carrara-Marmor, das beide Bezirke der Anlage verbindet. Auf der dem Versammlungsplatz zugewandten Seite trägt das aus drei Teilen zusammengefügte Kreuz die Gedenkinschrift mit Angabe der Belegung des Friedhofs.