Azannes II

Frankreich
Gesamtbelegung: 4750
49°18'21.34''N; 5°28'28.04''E
Aufnahmen: Fritz Braun

Département Meuse 4.750 deutsche Kriegstote Erster Weltkrieg


Der deutsche Soldatenfriedhof Azannes II wurde mit Beginn der Schlacht von Verdun Anfang März 1916 von der eigenen Truppe angelegt, als sich nach ersten Erfolgen der deutschen Offensive die Front einige Kilometer nach Süden verlagert hatte. Zu dieser Zeit rückten auch die Sanitätseinheiten weiter vor und richteten in Azannes mehrere Lazarette und Hauptverbandsplätze ein, davon eines in einem Wäldchen oberhalb des jetzigen Soldatenfriedhofes. Dieses behandelte nur in der Zeit vom 7.-27. April 1916 fast 3.500 Verwundete. Diejenigen, die ihren schweren Verletzungen erlagen, waren die ersten, die auf dem Friedhofsgelände ihre letzte Ruhestätte fanden. Als der Krieg im November 1918 endete, zählte man etwa 800 Gräber. Nach Kriegsende vergrößerten die französischen Militärbehörden den Friedhof ganz erheblich durch die Zubettung von Gefallenen, die man bei den 1920 einsetzenden Aufräum- und Rekultivierungsarbeiten auf dem verlassenen Schlachtfeld noch zu Hunderten fand. Selbst in der heutigen Zeit werden immer wieder sterbliche Überreste von Toten geborgen, die bei Bau- und Forstarbeiten zutage treten.


Die damals Umgebetteten kamen von fast allen Brennpunkten der Schlacht: Samogneux, Thiaumont, Vaux, Romagne-s/s-les Côtes, Fleury, Douaumont. Beaumont, "Toter Mann", Höhe 304, Avocourt - insgesamt aus 145 Gemeinde- oder Ortsteilbereichen. Die in Azannes II Ruhenden (Der Friedhof Azannes I liegt unmittelbar am westlichen Ortsrand) gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Bayern, Hessen, Sachsen. Thüringen sowie in fast allen der damaligen preußischen Provinzen lagen


Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen


Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aufgrund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Dazu gehörten umfangreiche Pflanzungen von Bäumen, Sträuchern und Hecken. Alleine im Winter 1927/28 wurden 146 Platanen gepflanzt. Das Gemeinschaftsgrab - es liegt noch hinter dem Hochkreuz - erhielt eine Einfassung aus Naturstein. Das Hochkreuz ist aus rotem Vogesensandstein gearbeitet. Gestaltet wurde auch der Eingang mit einem geschmiedeten Tor zwischen zwei monolithischen Steinblöcken. Das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber blieb jedoch infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.


Endgültige Gestaltung


Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Zuvor hatten freiwillige jugendliche Helfer des Volksbundes bereits mit umfangreichen gärtnerischen Vorarbeiten begonnen. Im Jahre 1977 erfolgte der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden. Vorher hatten jugendliche Helfer die zugehörigen 35 kg schweren Betonfundamente, deren Antransport die Bundeswehr übernahm, an den Gräbern versetzt.
Von den 4.750 Gefallenen ruhen 4.594 in Einzelgräbern. Von ihnen blieben 839 unbekannt. Von den 156 Toten des Gemeinschaftsgrabes blieben 87 unbekannt. Die 18 Gräber der Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen als Kennzeichen statt eines Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein, deren hebräische Schriftzeichen besagen:


1. (oben): "Hier ruht begraben ... ."


2. (unten): "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden."


Anschließend erhielt der Friedhof eine neue Einfriedung bestehend aus Zaun und Hecke; Bäume und Sträucher wurden ersetzt und die Gräberflächen neu begrünt. Namentafeln aus Metall erinnern heute an die bekannten Toten des Gemeinschaftsgrabes.