Avricourt

Frankreich
Gesamtbelegung: 568
48°38'54.85"N; 6°48'32.32" E
Département Moselle


559 deutsche Kriegstote

Erster Weltkrieg

Der deutsche Soldatenfriedhof Avricourt wurde im September 1914 von der deutschen Truppe angelegt. Kurz nach Kriegsbeginn versuchten Vorhuten beider Armeen, entlang der Grenze zwischen dem damaligen Deutschen Reich und Frankreich vorteilhafte Stellungen zu erkunden und in Besitz zu nehmen. Daher kam es bereits Anfang August 1914 beiderseits der Grenze, die seit 1871 Avricourt durchschnitt, zu heftigen Kämpfen, mit schweren Verlusten auf beiden Seiten. Aus dieser Zeit stammen die ersten Toten dieses Friedhofes. Weitere Gefallene kamen nach der sogenannten "Schlacht von Lothringen" und aus der Zeit des Stellungskrieges von 1915-1918 hinzu. Die hier Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Baden, Bayern, Württemberg, Elsaß, Lothringen, Hessen, Sachsen, Brandenburg, Schlesien und im Rheinland lagen.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aufgrund einer 1926 mit den zuständigen französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Bis 1932 nahm der Volksbund umfangreiche Ausbauarbeiten vor: die Erneuerung des Eingangsbereiches mit Flügelmauern und geschmiedetem Tor, die Einfassung des Gemeinschaftsgrabes in Naturstein, die Errichtung eines Denkmals sowie die Kennzeichnung der Gräber durch Kreuze aus rotem Vogesensandstein mit eingravierten Namen der hier Ruhenden. Die Gräber von sechs französischen und drei russischen Toten erhielten als Kennzeichnung das auf französischen Soldatenfriedhöfen übliche Betonkreuz mit aufgesetzter Namenplatte.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - mit der endgültigen Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich aus der Zeit des Ersten Weltkrieges beginnen. Die jugendlichen Helfer des Volksbundes leisteten gärtnerische Vorarbeiten. Nach einer grundlegenden landschaftsbaulichen Überarbeitung des gesamten Areals im Jahre 1973 erhielt der Friedhof Kreuze aus Granit.
302 Gefallene ruhen in Einzelgräbern, 257 in einem Gemeinschaftsgrab. Zwei Tote blieben unbekannt.

Die drei Gräber der Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen statt des Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:
1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."
2. (unten) "Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden."

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