Asfeld

Frankreich
Gesamtbelegung: 5386
49°27'58.49''N; 4°07'16.92''E
Département Ardennes

5.386 deutsche Kriegstote

Erster Weltkrieg


Der deutsche Soldatenfriedhof Asfeld-la-Ville wurde am 11. April 1917 von der deutschen Truppe mit Beginn der französischen Offensive angelegt, als man zahlreiche Schwerverwundete aus dem Frontbereich in entfernter liegende Lazarettorte verlegte. Hierher erfolgte auch die Umbettung von Gefallenen des Vormarsches im August 1914 und der Schlacht bei Reims im September/Oktober 1914. Der größte Teil der Toten stammt jedoch aus den schweren Kämpfen in der Champagne, auf den Höhen vor Reims und am Chemin-des-Dames im April/Mai 1917. Groß ist auch der Anteil an Toten aus den Angriffs- und Verteidigungsschlachten im Frühjahr und Herbst 1918. Die französischen Militärbehörden erweiterten den Friedhof 1920 durch Zubettungen aus dem Bereich von 48 Gemeinden und Ortsteilen im Umkreis von bis zu 30 Kilometern.

Unter den aus Villers-devant-les-Tours (ca. 7 Kilometer nördlich Asfeld) Umgebetteten, befand sich auch der älteste gefallene Kriegsfreiwillige des deutschen Heeres, der Leutnant d.R. René Caspar Gregory, der im Alter von 71 Jahren als Leiter eines Gräber-Verwaltungs-Kommandos nahe Neufchateau an der Aisne bei der Bergung von Gefallenen durch eine Granate sein Leben verlor. (Block 7 - Grab 88). 1846 in den USA geboren kam er 1873 nach Deutschland, um hier seine Studien zu vollenden. Er promovierte und habilitierte in Leipzig und wurde 1891 zum ordentlichen Honorarprofessor berufen, nachdem er 1881 die sächsische Staatsbürgerschaft erworben hatte. Seine Lebensarbeit war die Entdeckung, Erforschung und Klassifizierung neutestamentlicher Handschriften. Zu diesem Zweck unternahm er weite Forschungsreisen, wobei ihm die Kenntnis von 16 modernen Sprachen besonders hilfreich war. Am 11. August 1914 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ab 1927 aufgrund einer Vereinbarung mit den zuständigen französischen Militärbehörden aus. Damit verbunden war der Bau eines neuen Einganges mit Natursteinmauer und schmiedeeisernem Tor sowie die Pflanzung von Bäumen und Büschen. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges zunächst noch ungelöst.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. mit der endgültigen Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich aus der Zeit des Ersten Weltkrieges beginnen. Außer einer grundlegenden landschaftsgärtnerischen Überarbeitung, an der freiwillige Helfer der Jugendlager des Volksbundes tatkräftig mitwirkten, erfolgte ab 1976 der Austausch der provisorischen Holzgrabzeichen gegen dauerhafte Kreuze aus Metall mit den eingegossenen Namen und Daten der Toten. Auch hieran wirkten jugendliche Helfer mit. Sie versetzten die von der Bundeswehr antransportierten 35 Kilogramm schweren Betonfundamente für die Kreuze. Dadurch unterstützten sowohl die Jugendlichen als auch die Soldaten den Volksbund bei der Erfüllung seiner Aufgaben besonders eindrucksvoll.
Von den 5.386 Gefallenen ruhen 4.506 in Einzelgräbern; zwölf blieben namenlos.In dem Gemeinschaftsgrab mit 870 Opfern sind 42 bekannt.

Die acht Gräber Gefallener jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen statt des Kreuzes eine Stele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:
1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."

2. (unten) "Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden."