Apremont

Frankreich
Gesamtbelegung: 1111
49°15'25.13''N; 4°58'06.63''E
Aufnahme: Fritz Braun

Département Ardennes 1.111 deutsche Kriegstote Erster Weltkrieg


Der deutsche Soldatenfriedhof Apremont wurde von der eigenen Truppe Anfang November 1915 angelegt. Bis zur Räumung des Gebietes im Oktober 1918 fanden hier noch ständig weitere Beisetzungen statt. Nach Kriegsende betteten die französischen Militärbehörden aus provisorischen Grabstätten oder bei Aufräumarbeiten auf dem Gelände geborgene deutsche Tote zu - insgesamt etwa 230. Der Friedhof ist die einzige fast ganz im Originalzustand erhaltene Begräbnisstätte für deutsche Gefallene im Waldgebiet der Argonnen. Anlass zur Schaffung der Anlage waren die überaus verlustreichen Kämpfe des Jahres 1915 in den dichten Waldungen und in den Schluchten der Argonnen, bei denen nicht nur die üblichen Infantrie- und Artillerieduelle stattfanden. Als man mit den herkömmlichen Mitteln keine Erfolge mehr zu erzielen vermochte, trieben beide Seiten Stollen unter die gegnerischen Linien, luden diese mit Sprengstoff und sprengten ganze Stellungsabschnitte in die Luft. Davon künden auch heute noch große Sprengtrichter in den Argonnen. Auch die von 1916 - 1918 ständig schwelenden Stellungskämpfe forderten weitere Opfer.
Die heute hier Ruhenden gehörten insgesamt 13 Infantrie- und Landwehrregimentern an, deren Heimatstandorte in Württemberg, Sachsen, Bayern, Brandenburg, Lothringen und im Rheinland lagen.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen

Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. aufgrund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber blieb allerdings infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.

Endgültige Gestaltung

Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens von 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Bereits vorher hatten jugendliche Helfer des Volksbundes mit gärtnerischen Vorarbeiten begonnen. 1976 erfolgte der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden. Auch hieran wirkten jugendliche Helfer dadurch mit, dass sie zuvor die von der Bundeswehr antransportierten 35 Kilogramm schweren Betonfundamente für die Kreuze an den Gräbern versetzten.

Alle Gefallenen ruhen in Einzelgräbern. Von ihnen blieben allerdings acht unbekannt.

Die beiden Gräber der Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen statt eines Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein, deren hebräische Schriftzeichen besagen:

1. (oben) "Hier ruht begraben..."
2. (unten) "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden"

Die nachfolgende landschaftsbauliche Überarbeitung beschränkte sich angesichts des alten Baumbestandes auf die Entfernung kranker Bäume und deren Ersatz durch Nachpflanzung sowie die Begrünung der Gräberflächen.