Ammerschwihr

Frankreich
Gesamtbelegung: 273
48°06'10.30''N; 7°13'54.33''E
Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen 273 deutsche Kriegstote des I. und II. Weltkrieges.

I. Weltkrieg: 259
II. Weltkrieg: 14

Ammerschwihr ("Les-Trois-Epis")
Département Haut-Rhin

Der deutsche Soldatenfriedhof Ammerschwihr wurde bereits während des Krieges in dem Ortsteil "Les Trois Epis" (die drei Ähren) von der deutschen Truppe angelegt. Erste Gefallene forderten die ersten Grenzgefechte im August 1914. Eine größere Zahl Soldaten verlor das Leben im Jahre 1915 bei den Kämpfen um Munster, im Kaysersberger Tal und bei Ammerschwihr. Auch der Stellungskrieg in den Jahren 1916 bis 1918 forderte hohe Opfer. Darüber hinaus erlagen viele ihren schweren Verletzungen in den Lazaretten. Die Toten gehörten im wesentlichen Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Niedersachsen, Braunschweig, Ostfriesland und Brandenburg lagen. Die französischen Militärbehörden erweiterten nach dem Krieg den Friedhof durch die Zubettung weiterer Gefallener aus dem Gemeindebereich.

Die Toten des Zweiten Weltkrieges starben bei dem Versuch, den Vormarsch amerikanischer Verbände im Winter 1944/45 auf dem Vogesenkamm aufzuhalten oder erlagen in Lazaretten ihren Verletzungen. Bei diesen Kämpfen wurde Ammerschwihr erneut schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen

Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. auf Grund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Diese musste sich jedoch auf eine landschaftsbauliche Überarbeitung beschränken. Das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber blieb infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges zunächst ungelöst.

Endgültige Gestaltung

Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung- die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Bereits vorher hatten jugendliche Helfer mit gärtnerischen Vorarbeiten begonnen. 1971 folgte der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Metallkreuze mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden. Durch jugendliche Helfer wurden an den Gräbern die erforderlichen 35 Kilogramm schweren Betonfundamente versetzt, deren Antransport die Bundeswehr übernommen hatte. Ein Jahr später erhielt der Friedhof eine Natursteinmauer als Einfassung sowie einen mit Steinplatten belegten Rundweg. Die Grabbeete wurden mit Preiselbeeren bepflanzt. Die von der Truppe errichteten und noch erhaltenen Denkmale sind restauriert worden. Abschließend folgte eine grundlegende landschaftsbauliche Überarbeitung des gesamten Friedhofsgeländes.

Aufnahmen: Fritz Braun FwdR