Amel-sur-l'Etang

Frankreich
Gesamtbelegung: 2284
49°16'09.77''N; 5°38'50.18''E
Département Meuse 2.284 deutsche Kriegstote Erster Weltkrieg

Der deutsche Soldatenfriedhof Amel wurde von der eigenen Truppe mit Beginn der deutschen Offensive gegen Verdun Ende Februar 1916 angelegt. Auch in Amel waren mehrere Lazarette und Verbandplätze eingerichtet worden, um die Verwundeten möglichst schnell versorgen zu können. Die ihren Verletzungen Erlegenen fanden ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof. Teilweise brachten abgelöste Truppenteile ihre Toten aus dem Kampfgebiet mit nach Amel. Die Beisetzungen fanden fast ausschließlich während des Jahres 1916 statt. Weitere Tote gelangten nach Amel infolge der französischen Angriffe im Sommer 1917 und der französischen Offensive im September 1918. Nur einige wenige Gefallene stammen aus den Gefechten des deutschen Vormarsches im August 1914. Noch im Jahre 1916 schuf der Maler und Bildhauer Uffz Leistner aus Leipzig ein Denkmal für die Toten der 50. Inf. Div., die vor allem bei den Kämpfen um das Fort Vaux und dessen Umgebung schwere Verluste erlitten hatte. Das Denkmal wurde am 21. September 1916 in Anwesenheit der Kommandierenden Generals des XV. Armeekorps eingeweiht.

Die französischen Militärbehörden betteten nach Kriegsende weitere Tote aus dem Bereich von benachbarten acht Gemeinden nach Amel um. Die hier Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Bayern, Württemberg, Baden, Hessen und Sachsen sowie in den meisten der damaligen deutschen Provinzen lagen.


Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen

Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aufgrund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Bereits 1927 erfolgte die Pflanzung einer größeren Zahl Bäume und die Begrünung der Gräberfelder, ein Jahr später der Ausbau des Eingangsbereiches. Das Gemeinschaftsgrab erhielt gleichzeitig eine Einfassung aus Naturstein. Das Denkmal musste restauriert werden, da es kriegsbedingt aus wenig stabilem Material errichtet, erhebliche Witterungsschäden erlitten hatte. Das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber blieb infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.


Endgültige Gestaltung

Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Freiwillige jugendliche Helfer des Volksbundes hatten zuvor bereits mit vorbereitenden gärtnerischen Arbeiten begonnen. 1976 erfolgte der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Naturstein mit eingravierten Namen und Daten der hier Ruhenden. Von den 2.284 Gefallenen ruhen 1.251 in Einzelgräbern. Von den 1.033 Toten im Gemeinschafsgrab blieben 984 unbekannt. Die sechs Gräber der Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen als Kennzeichnung statt eines Kreuzes eine Grabstele - ebenfalls aus Naturstein - deren hebräische Schriftzeichen besagen:

1. (oben) "Hier ruhen begraben ... ."

2. (unten) " Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden."

Eine grundlegende landschaftsbauliche Gestaltung des ganzen Areals schloss sich an. Bäume und Hecken wurden gepflanzt und die Einfassung des Gemeinschaftsgrabes erneuert. Das Denkmal ließ sich infolge der völlig desolaten Bausubstanz nicht mehr instandsetzen und mußte abgetragen werden. An seiner Stelle wurde als zentrales Mal ein Hochkreuz aus geschmiedetem Stahl errichtet.

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