Futa-Pass

Italien
Gesamtbelegung: 30776
44°5'41.45"N; 11°16'25.70"E

Wegbeschreibung

62 km südlich Bologna an der Staatsstraße Nr. 65, die Bologna mit Florenz verbindet und unmittelbar über den Friedhof Futa-Paß verläuft (903 m Höhe). Den Friedhof erreicht man auf einer kurzen, nach Westen führenden Nebenstraße, die unweit des Passes von der Staatsstraße Nr. 65 abzweigt. Von Florenz aus beträgt die Entfernung auf der gleichen Straße 44 km. Über die Autobahn ist die Ausfahrt RONCOBILACCIO (Nr. 17) am günstigsten. Die genaue Adresse des Friedhofs lautet: Deutscher Soldatenfriedhof Futa Pass, Via S. lacopo a Castro 59a, Passo Futa, 50033 Firenzuola

Nach Beendigung der Kämpfe um Cassino und der Einnahme Roms durch die Alliierten näherten sich deren Armeen auf der ganzen italienischen Front dem Nordteil des Apennin. Dort befand sich die Linie, die im deutschen militärischen Sprachgebrauch die „Grüne Linie“ hieß und von den Alliierten als „Gotenstellung“ bezeichnet wurde. Sie war im Rahmen der verfügbaren Mittel und der verfügbaren Zeit zu einer Verteidigungsstellung ausgebaut worden, deren Ausbau in den Küstenabschnitten südlich Carrara am Ligurischen Meer und an der Adria hinter dem Fluß Foglio am weitesten fortgeschritten war. An den Passübergängen waren Stützpunkte errichtet worden. Als markantester Kampfraum dieser Stellung ist das Gebiet um den „Futa-Pass“ zu nennen. Am 09. April 1945 begannen die Alliierten mit dem Angriff auf Bologna. Am 21. April 1945 – nach schweren Abwehrkämpfen – brach die Apennin-Verteidigung zusammen. Am 02. Mai 1945 wurden in Italien die Kampfhandlungen eingestellt.


Der weitaus größte Teil der in diesen Kämpfen Gefallenen ist auf dem Soldatenfriedhof Futa-Paß bestattet. Mit 30.683 Gefallenen ist der Friedhof Futa-Paß der größte deutsche Soldatenfriedhof in Italien. Aus Feldgräbern und Gemeindefriedhöfen der umliegenden zehn Provinzen Bologna, Florenz, Forli, Lucca, Modena, Pesaro, Pisa, Pistoia, Ravenna und Reggio Emilia hat sie der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge geborgen. Das war notwendig, um die Gräber der Gefallenen zu erhalten und um noch unbekannte Tote zu identifizieren. Vielen Hinterbliebenen konnte der Volksbund nach langen Jahren der Ungewissheit das Schicksal ihres Angehörigen mitteilen. Der Soldatenfriedhof liegt auf einer Bergkuppe, 40 km von Florenz entfernt, unmittelbar am Futa-Paß (952 Meter über dem Meeresspiegel). Unten auf der Autostrada fließt der Strom der Touristen nach Süden. Mancher wird sich fragen, was das eigenartige Gebäude hoch oben auf der Bergspitze zu bedeuten habe. Schon von weitem ist das Bauwerk zu sehen und zieht den Besucher in seinen Bann.

Wenn man mit dem Pkw auf der Autostraße von Norden kommt, empfiehlt es sich, bei der Ausfahrt Piano del Voglio (Nr. 16) die Autobahn zu verlassen. Von hier aus sind es nur noch 12 Kilometer bis zum Friedhof. Für Omnibusse jedoch ist die Abfahrt Roncobilaccio (Nr. 17) am günstigsten. Wer Kurvenfahrten nicht scheut, fährt auf der alten Passstrasse Nr. 65 von Bologna nach Florenz. Etwa auf halber Strecke liegt auf der Passhöhe, unmittelbar neben der Straße, der Soldatenfriedhof.

Über eine Treppe erreicht der Besucher vom Parkplatz aus ein niedriges Eingangsgebäude mit einem regengeschützten Vorplatz. Hier ist das Büro des Friedhofsverwalters, der jedem gerne für Auskünfte zur Verfügung steht. Im Aufenthaltsraum liegen die Namenverzeichnisse der auf diesem Friedhof bestatteten Gefallenen aus. Ein großer Plan des Friedhofes erleichtert die Orientierung beim Suchen der Gräber.

Vom Eingangshof kommt man zu einem Gittertor, hinter dem der Friedhof beginnt. Eine 2000 Meter lange Mauer zieht sich spiralförmig den Berg hinauf, schließt die Gräber der Gefallenen auf Terrassen ein und endet in einer steil in den Himmel ragenden Mauerscheibe. Aus der Mauerfläche ragen in größeren Abständen 67 Natursteinkreuze heraus. Steinplattensitze laden den Besucher zum besinnlichen Verweilen ein. Unterhalb des höchsten Punktes der Anhöhe wird die Mauerkrone der Stützmauer höher und höher, steigt schräg zum Himmel und bricht jäh ab. Die letzte Spirale der Mauer bildet einen Ehrenhof, unter dem sich die Krypta mit dem Kameradengrab befindet. Ein Mosaik aus schwarzen, weißen und grauen Natursteinplatten zieht sich über den Boden des Ehrenhofes und über die Mauerscheibe nach oben. Hier im stillen Innenhof wird der Blick an der Mauer, dem Mosaik entlang nach oben gelenkt. Die Gedenken gehen in die Vergangenheit und in die Zukunft ... Die Toten verpflichten die Lebenden .....

Vom Ehrenhof gelangt der Besucher über eine Treppe in den Gedenkraum der Krypta, neben dem das Kameradengrab mit den untrennbaren Gebeinen von 397 deutschen Gefallenen liegt. Am Eingang des Gedenkraumes wurden ihre Namen in fünf große Wandtafeln aus Naturstein eingemeißelt. Drei Fenster geben den Blick auf die herrliche Berglandschaft des Apennin frei. Im hinteren Drittel des Gedenkraumes mahnt eine mächtige auf dem Boden ruhende stählerne Dornenkrone und die aus Metallbuchstaben zusammengeführte Inschrift:

SELIG SIND DIE, DIE DA LEID TRAGEN
DENN SIE SOLLEN GETRÖSTET WERDEN

Zur Erinnerung an den aufgelösten deutschen Soldatenfriedhof Cervia hat der Volksbund die bei der Überführung der Gefallenen erhalten gebliebenen Gedenksteine der Truppe in dem Cervia-Raum der Krypta aufgestellt.

Die spiralförmig sich hochwindende Mauer mit dem Hauptweg wird dreimal senkrecht durch Radialwege durchschnitten in der Art von schmalen Weinbergstiegen. Sie erlauben, den Weg zur Spitze abzukürzen. Flach wachsende Gräser und Stauden sowie sich wild ansiedelnde Hochgebirgspflanzen unterbrechen die Grasdecke der flach geneigten, in die Terrassen eingefügten 72 Gräberfelder. Ein Drainagesystem sammelt das für die Bewässerung der Bepflanzung notwendige Regen- und Quellwasser in großen offenen kreisrunden Zisternen. Zwischenwege und Gräberfelder sind mit Wildrasen bedeckt. Der Friedhof ist bepflanzt mit Hainbuchen, Kiefern, Eichen und Ahorn. Auch Wildsträucher, Feuerdorn, Tamarix, Wacholder, Ginster, Stechpalme und Schneebeere sind hier zu finden.

Je zwei Gräber der vier haben eine liegende Steinplatte. In den 70 x 40 cm großen Grabplatten sind die Namen und die Angaben zur Person des jeweiligen Gefallenen eingemeißelt.

Das in Terrassen angeordnete Gräberfeld ist in 72 verschieden große Gräberblöcke gegliedert. Der Besucher ist beeindruckt von der Größe der Anlage, die von keinem Punkt ganz überblickt werden kann. 30653 deutsche Kriegstote wurden hier zur letzten Ruhe gebettet. Welch riesige Zahl! Können wir uns heute noch vorstellen, wie viel Leid sich in dieser Zahl verbirgt?.......

Wir sollten diese Stätte nicht verlassen, ohne dass wir uns des Opfers der hier bestatteten Toten eindringlich bewusst werden und nicht, ohne ihr mahnendes Vermächtnis mit auf den Weg zu nehmen: Die Mahnung zum Frieden!

Der Friedhof wurde am 28.06.1969 eingeweiht.