Frankreich

Proyart

Wegbeschreibung

D329- Ausfahrt von der Stadt

Département Somme 4643 deutsche Kriegstote Erster Weltkrieg 1 Soldat der k.u.k. Österr.-Ung. Armee Der deutsche Soldatenfriedhof Proyart wurde von der eigenen Truppe während der sogenannten "Großen Schlacht in Frankreich" im März 1918 angelegt. Nach Kriegsende vergrößerten die französischen Militärbehörden den Friedhof erheblich durch die Zubettung deutscher Toter, die in britischen Lazaretten oder in der Gefangenschaft starben und in 27 Ortsbereichen provisorisch beigesetzt worden waren. Noch in den dreißiger Jahren wurden bei der Rekultivierung der ehemaligen Schlachtfelder mehr als 500 Tote gefunden und in Proyart beigesetzt. Aus der Zeit von August 1914 bis zum Beginn der Schlacht an der Somme Ende Juni 1916 lagen auf dem Friedhof nur wenige Tote. Die Zahl stieg mit dem Losbrechen des alliierten Großangriffs schlagartig an, zumal in Proyart und Umgebung zahlreiche britische Lazarette ihre Tätigkeit aufnahmen. Über die Hälfte der hier Ruhenden starb jedoch während der deutschen Offensive im März/April 1918, des nachfolgenden Stellungskrieges sowie der alliierten Gegenoffensive, die im Juli 1918 begann und im Laufe des Monats August die deutschen Linien auf Peronne zurückwarf. Die hier Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in nahezu allen preußischen Provinzen lagen. Hier eingesetzt waren auch die Marine-Inf.-Rgt. 1 bis 3, die in diesem Gebiet ebenfalls hohe Verluste erlitten. Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aufgrund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Bereits 1927/28 erfolgte die Pflanzung einer Hecke und zahlreicher Bäume sowie die Gestaltung des Eingangs mit geschmiedetem Tor zwischen massiven Steinpfeilern. Ferner wurden die Gräberflächen begrünt. Das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber blieb jedoch infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst. Endgültige Gestaltung Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Jugendliche Helfer des Volksbundes hatten bereits mit gärtnerischen Vorarbeiten begonnen. 1978 erfolgte der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden. Die zugehörigen 35 Kilogramm schweren Kreuzfundamente, deren Antransport die Bundeswehr übernommen hatte, versetzten wiederum jugendliche Helfer des Volksbundes.Die 4 643 Gefallenen ruhen in Einzelgräbern; 117 von ihnen blieben namenlos. Die 24 Gräber der Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen als Kennzeichen statt eines Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein, deren hebräische Schriftzeichen besagen:1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."2. (unten) "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden." Anschließend folgte eine grundlegende landschaftsbauliche Überarbeitung des gesamten Friedhofsgeländes mit Ergänzung des Baumbestandes und Wiederherstellung der Begrünung der Gräberflächen. Pflege: Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.

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