Pontfaverger

Frankreich
Gesamtbelegung: 1610
49°17'44"N; 4°18'59"E
Département Marne 1610 deutsche Kriegstote Erster Weltkrieg


Der deutsche Soldatenfriedhof Pontfaverger wurde bereits im Herbst 1914 von der Truppe angelegt. Er nahm vorwiegend Gefallene aus der Zeit des deutschen Vormarsches aus den Gefechten bei Juniville und Pontfaverger auf. Im weiteren Verlauf des Krieges erfolgten Zubettungen von Soldaten, die in den Schlachten und Gefechten um die nur wenige Kilometer südlich liegende Hügelkette ihr Leben verloren. Während der Schlacht in der Champagne im Frühjahr 1917 wurde Pontfaverger unmittelbares Frontgebiet. Aus diesem Grund fanden hier bis zum Juli 1918 keine Beisetzungen mehr statt. Erst nach dem deutschen Angriff im gleichen Monat bis zum Rückzug der deutschen Truppen im Oktober 1918 wurden erneut Bestattungen vorgenommen. Das von Bildhauern und Steinmetzen, die in der Truppe dienten, geschaffene Denkmal wurde bereits 1916 aufgestellt.Nach Kriegsende betteten die französischen Militärbehörden ca. 250 Gefallene aus der näheren Umgebung zu. Schließlich wurden 1953 bei Kultivierungsarbeiten in einer benachbarten Ortschaft, die sterblichen Rest von 13 deutschen Toten gefunden, von denen noch sieben anhand der Erkennungsmarke identifiziert werden konnten. Auch sie wurden auf dem Friedhof beerdigt.

Die hier Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatstandorte in Sachsen Schlesien, Brandenburg, Pommern, Niedersachsen, Westfalen, Ost- und Westpreußen, Württemberg, Posen und im Rheinland lagen. Betroffen waren auch die preußischen Garderegimenter.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den KriegenErste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. 1933 aufgrund einer 1926 mit den zuständigen französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.

Endgültige GestaltungNach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - mit der endgültigen Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich aus der Zeit des Ersten Weltkrieges beginnen.Außer einer grundlegenden landschaftsgärtnerischen Überarbeitung der Gräberfläche, einschließlich Baumpflanzungen und Setzen einer Hecke, Errichten einen neuen Eingangs mit geschmiedetem Tor, erfolgte ab 1973 der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden.Die von der Bundeswehr antransportierten 35 Kilogramm schweren Kreuzfundamente versetzten freiwillige Helfer der Jugendlager des Volksbundes und unterstützten damit, ebenso wie die Soldaten der Bundeswehr, den Volksbund eindrucksvoll bei der Erfüllung seiner Aufgaben.Von den 1 610 Gefallenen ruhen 1 487 in Einzelgräbern; 16 blieben namenlos.
In dem Gemeinschaftsgrab mit 123 Opfern sind nur zwei namentlich bekannt.

Die Gräber der sechs Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen als Kennzeichnung statt des Kreuzes eine Stele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."2. (unten) "Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden."

Pflege: Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.