Osterholz - Scharmbeck, St. Willehardi Friedhof

Deutschland
Gesamtbelegung: 1
53°13'33.68''N;8°47'24.42''E
Auf diesem Friedhof ruhen - nach den uns vorliegenen Informationen -insgesamt 45 Tote beider Weltkriege und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Nicht auf der Gräberliste erfasst sind deutsche Flüchtlinge aus den ehem. Ostgebieten, die nach ihrer Flucht In Osterholz-Scharmbeck und den umliegenden Dörfern 1945 und später gestorben sind . Ein Gedenkstein erinnert an 62 Kinder, die hier bestattet wurden.Im Einzelnen:

- Anlage der russischen Kriegsgefangenen und der sowjetischen Zwangsarbeiter:
Nimmt man an der Langen Straße den linken Friedhofseingang und geht den leicht aufwärts verlaufenden Hauptweg bis zu seinem Ende, stößt man auf diese mit Rasen überzogene, durch 2 eiserne Andreaskreuze sowie 2 Gedenkstelen gekennzeichnete Gräberstätte. In ihr ruhen 30 russische Kriegsgefange aus dem Ersten Weltkrieg, die im Kriegsgefangenenlager des X (hann.) Armeekorps Hülseberg starben. Ein Gedenstein, errichtet von russischen Kameraden im Juli 1918, erinnert an sie. Namen enthält dieser Gedenkstein nicht. In der Mitte des Feldes erinnert eine große Stele, sowie Namenstafeln in der Rasenfläche an die 15 sowjetischen Zwangsarbeiter/-Innen, davon 4 Unbekannte, die in der Zeit von 1941-1915 in Osterholz-Scharmbeck gestorben sind.
- Anlage der Füchtlinge und Flüchtlingskinder:
Nimmt man den Friedhofseingang an der Gärtnerei Lange Straße und folgt dem Hautweg im rechten, flachen Teil des Friedhofs bis fast an die rückwärtige Begrenzung, so findet man die Reihengrabanlage der Flüchtlinge rechts vom Weg. Hier ruhen Kinder und Erwachsene, die 1945 und später verstorben sind. Ein Gedenkstein in der Mitte erinnert an 62 Kinder. Diese Gräber sind in der uns vorliegenden Gräberliste nicht aufgeführt. Das Gräberfeld wirkt sehr gepflegt.

- Nicht mehr vorhanden ist das Grab eines am 28. April 1945 in Scharmbeck hingerichteten 17jährigen fahnenflüchtigen Marinesoldaten. Er wurde nach dem Krieg wohl an seinen Heimatort überführt.

Fotos: Volker Fleig 2013