Frankreich

Maissemy

Gesamtbelegung: 30.481 Tote

Gesamtbelegung: 30.481 Tote


Adresse

Rue du Clos Lorette

Maissemy

Frankreich


Die Anlage in Maissemy ist die zweitgrößte deutsche Kriegsgräberstätte des Ersten Weltkrieges in Frankreich – nach Neuville-St. Vaast bei Arras mit 44.833 Toten. 

Belegung

1924 legten die französischen Militärbehörden den deutschen Soldatenfriedhof an. Sie betteten Kriegstote aus 124 Gemeindegebieten sowie aus provisorischen, noch während der Kampfhandlungen angelegten Grabstätten im Umkreis von 30 Kilometern hierher um. 

Die meisten der hier Bestatteten verloren ihr Leben in den drei Schlachten an der Somme. Dabei starb jeweils fast die Hälfte der Soldaten in den Kämpfen von Ende Juni bis November 1916 und in der „Großen Schlacht in Frankreich“ im Frühjahr und Sommer 1918. Letztere war ein erfolgloser Versuch des Deutschen Kaiserreichs, an der Westfront einen für die Mittelmächte günstigen Ausgang des Krieges herbeizuführen. 

Auf dem Friedhof ruhen 15.481 Tote in Einzelgräbern, 75 von ihnen bleiben unbekannt. Die Gräber jüdischer Soldaten erhielten statt eines Kreuzes eine Stele aus Naturstein. 15.000 Tote sind in zwei Gemeinschaftsgräbern beigesetzt. Von ihnen sind nur 967 namentlich bekannt.

Historie

Ab 1929 übernahm der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. auf Grundlage einer Übereinkunft mit den französischen Militärbehörden erste Arbeiten. Etliche Hundert Bäume und Sträucher wurden gepflanzt sowie mehr als 70.000 Lavendelpflanzen, um die kahlen Gräberfelder zu begrünen. Die Gemeinschaftsgräber wurden mit 8.000 Wildrosen bepflanzt und erhielten Einfassungen aus Stein. Außerdem entstand ein neuer Eingang mit Umfassungsmauern an der Straßenfront und ein Mittelweg, den Steinstelen säumten (s.u.). 

Die Namen der in den beiden Gemeinschaftsgräbern Bestatteten stehen auf Metalltafeln, die an den Umfassungsmauern angebracht wurden. Die Einzelgräber dauerhaft zu kennzeichnen, war allerdings wegen Devisenmangels und später wegen des Zweiten Weltkrieges nicht möglich. 

Auf der Basis des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens von 1966 nahm der Volksbund die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe aus der Zeit des Ersten Weltkrieges in Frankreich vor. Ab 1964 arbeiteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Jugendlagern des Volksbundes aus Nordrhein-Westfalen an der Planierung und Begrünung der Gräberfläche. 1972 begann der Austausch der Holzgrabzeichen durch Kreuze aus belgischem Granit mit Namen und Lebensdaten der Bestatteten. Die Einfassungen der Gemeinschaftsgräber wurden komplett erneuert. 

Der Pflegedienst des Volksbundes in Frankreich betreut den Friedhof dauerhaft. 

Besonderheit

1934/35 ließ der Volksbund in der Mitte des Friedhofes – zwischen den beiden großen Gemeinschaftsgräbern – eine Gedenkhalle aus goldgelbem Tuffstein aus dem Alpenvorland errichten. Kunstvoll geschmiedete schwere Bronzegitter verschließen die Durchgänge der Halle, in der ein Bronzesarkophag mit einem Engelfries steht. Für die gewölbte Mosaikdecke des Gebäudes wurden mehr als 340.000 Steinchen verwendet. Die Gedenkhalle wurde am 12. Juli 1935 eingeweiht. 

Außerdem flankieren große Steinplatten den Mittelweg. Ursprünglich standen sie als Stelen, inzwischen liegen sie am Boden. Beschriftet in Form von Intarsien aus Blei, tragen diese Platten die Namen und Wappen der Städte aus dem Ruhrgebiet, die Ende der 1920er Jahre eine Patenschaft für den Friedhof übernahmen. Zum endgültigen Ausbau der Anlage in den folgenden Jahren trugen die Ruhrstädte wiederum finanziell bei. 

Unterstützen Sie unsere Arbeit!