Kiel-Möltenort

Aktuelles
Der Zugang zu den Ehrenhallen und dem Umgang mit den Namentafeln im U-Boot-Ehrenmal ist bis auf weiteres geschlossen
Deutschland
Gesamtbelegung: 63484
54°22'46.02"N; 10°11'41.05"O
Gedenkstätte Kiel - Möltenort


Die Gedenkstätte in Möltenort an der Kieler Förde wurde in den Jahren 1936 - 1938 für die im Ersten Weltkrieg auf See gebliebenen Angehörigen der deutschen U-Boot-Waffe vom Volksbund errichtet. Sie wurde anlässlich der Einweihung am 12.8.1938 an den früheren deutschen Marinebund übergeben, der damit die Aufsicht und die Pflege des Mahnmales übernahm, das dem Sterben von 4.744 U-Boot-Fahrern während des Ersten Weltkrieges gewidmet war.

Während des Zweiten Weltkrieges und in den ersten Nachkriegsjahren hat es erhebliche Schäden durch Kriegseinwirkung und durch Beraubung erlitten. Schon im Jahre 1950 begann der Volksbund die schlimmsten Schäden zu beseitigen; zu einem späteren Zeitpunkt setzten die Vorbereitungen ein, das Mal zu einer Gedenkstätte auch für die U-Boot-Toten des Zweiten Weltkrieges werden zu lassen.

Das weit über die Förde hin sichtbare Wahrzeichen besteht aus einem 16 Meter hohen Pfeiler aus rotem Wesersandstein, der von einem in Erz ausgeführten Adler gekrönt wird. Zu beiden Seiten des Steinpfeilers liegen vertieft zwei Gedenkhallen, zu deren Eingängen je eine Treppe hinabführt. In einer der beiden Hallen sind in einer Nische vier metallene Bücher ausgelegt; in ihnen sind Name, Dienstgrad und Todestag der jeweiligen U-Boot-Besatzung des Ersten Weltkrieges verewigt. Die Verbindung beider Gedenkräume stellt ein im Halbkreis angelegter Umgang her, in dem jetzt die Namen der insgesamt 27.491 im Zweiten Weltkrieg gefallenen U-Boot-Männer auf 84 Bronzetafeln verzeichnet sind.

Die Daten der kriegsgeschichtlichen Ereignisse sind - getrennt nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg - auf zwei Bronzetafeln verzeichnet und im Bereich der Eingangshöfe angebracht. Erwähnung verdient die U-Boot-Kameradschaft Kiel, die dem Volksbund für den Ausbau der Gedenkstätte in den vergangenen Jahren beträchtliche Mittel zur Verfügung gestellt hat. Sie hat auch die ständige Pflege des Males und des dazugehörigen Geländes übernommen.

Mit diesem Ausbau wollen sowohl der Volksbund als auch die U-Boot-Kameradschaft Kiel ihre Verbundenheit mit den Angehörigen der Gefallenen der U-Boot-Waffe zum Ausdruck bringen, die nie ein Grab besuchen können.


Gedenkstätte Kiel - Laboe

Die weithin sichtbare Silhouette seines 85 Meter über der Ostsee aufragenden Turms prägt das Gesicht der Kieler Außenförde. Zwei Aufzüge oder 341 Stufen führen zu einer Aussichtsplattform, von der aus sich ein einzigartiger Rundblick über Land und Meer öffnet.Ursprünglich dem Gedächtnis der im Ersten Weltkrieg gefallenen Angehörigen der Kaiserlichen Marine gewidmet, wurde das Ehrenmal nach erneuter Übernahme durch den DMB am 30. Mai 1954 zur Gedenkstätte für die auf den Meeren gebliebenen Seeleute aller Nationen und zugleich zum Mahnmal für eine friedliche Seefahrt auf freien Meeren.Auf 5,7 Hektar Gesamtfläche – nahezu der Größe von acht Fußballfeldern – gehören zu der Anlage neben dem markanten Turm eine unterirdische Gedenkhalle, die Historische Halle mit zahlreichen Schiffsmodellen und anderen marine- und schifffahrtsgeschichtlichen Exponaten sowie eine 7.000 Quadratmeter große, mit Wesersandstein belegte Freifläche.Die Planung des auf dem Gelände eines früheren Panzerturms erbauten Denkmals geht auf eine Idee von 1925 zurück. Am 30. Mai 1936 wurde es nach fast siebenjähriger Bauzeit eingeweiht. Etwa 700.000 Reichsmark – überwiegend aus Spenden von Mitgliedern der Marinevereine und der Marineoffiziervereinigung stammend – waren in den Bau geflossen, der heute zu den wenigen architektonischen Beispielen des Expressionismus zählt.Von 1993 - 1998 wurde die Anlage einer umfassenden Renovierung unterzogen – angefangen mit einem neuen Belag der Freifläche und endend mit der notwendig gewordenen Sanierung und Neuverfugung des geklinkerten Turms. Die dafür erforderlichen Finanzmittel in Höhe von nahezu 4,5 Millionen DM/2,3 Mio € wurden aus Eintrittsgeldern und Mitgliedsbeiträgen aufgebracht sowie aus Spenden, die über die Hälfte des Gesamtbetrages ausmachten. Öffentliche Gelder standen nicht zur Verfügung.Parallel zu den baulichen Maßnahmen erfolgte in enger Zusammenarbeit mit kompetenten Historikern eine sorgfältige Überprüfung der inhaltlichen Aussagen des Ehrenmals, um unter Wahrung historischer Zusammenhänge missverständliche Darstellungen zu präzisieren und die Gesamtaussage in würdig angemessener Form zu aktualisieren. In diesen noch nicht abgeschlossenen, sondern auch in Zukunft einem stetigen Wandel unterliegenden Prozess fällt auch die 1996 erfolgte Einrichtung der Gedenkstätten für die Deutsche Marine und die Zivile Schifffahrt.