Harburg, Frdh. von 1892

Deutschland
Gesamtbelegung: 2247
53°26'47.2"N; 9°57'04.3"E

Wegbeschreibung

Bremer Straße 23621073 HamburgTel.: 040/7610570Fax: 040/ 760 91 93www.neuer-friedhof-harburg.de

Neuer Friedhof Harburg
in Trägerschaft des Ev.-Luth. Gesamtverbandes Harburg


Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag: 7.30 - 16.00 Uhr; Freitag: 7.30 - 12.00 Uhr

Größe: 30 ha
Eröffnungsjahr: 1892

Die Kriegsgräberstätten auf dem Neuen Friedhof Harburg umfassen die Gräber von 239 Soldaten des Ersten Weltkrieges, 241 Gräber von Soldaten des Zweiten Weltkrieges, 1.707 Gräber von Bombenopfern, 476 Gräber von Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft sowie eine gemeinschaftliche Grabstätte für 16 polnische Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Kriegstote des Ersten und Zweiten Weltkriegs
Eine Kriegsgräberanlage für 239 gefallene Soldaten des Ersten Weltkriegs und 241 gefallene Soldaten des Zweiten Weltkriegs befindet sich auf der Hügelkuppe des Geländes der so genannten „Vier Berge“, im östlichen Teil des Neuen Friedhofs an der Friedhofstraße.
Die Soldatengräber des Ersten Weltkriegs sind im offenen Halbkreis um das Hochkreuz auf der Hügelkuppe angeordnet. Sie sind mit Sandsteinstelen besetzt, die mit Flechtbandkreuzen und schlichten Kreuzen ausgestaltet sind. Die hier bestatteten Soldaten starben in den Lazaretten, die sich während des Ersten Weltkriegs in Hamburg und in der näheren Umgebung befanden.
Die Soldatengräber des Zweiten Weltkriegs schließen sich westlich davon in drei Reihen an. Sie sind mit niedrigen Felskreuzen besetzt. Hier sind neben Soldaten, die in den Lazaretten starben, auch viele bestattet, die im Kampf gegen die im April 1945 nach Hamburg einmarschierenden britischen Truppen fielen.

Bombenopfer
Eine Kriegsgräberanlage für Bombenopfer des Zweiten Weltkriegs befindet sich im westlichen Teil des Neuen Friedhofs. Die ersten Gräber wurden 1940 angelegt. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden 1707 Bombenopfer auf diesem Teil des Neuen Friedhofs beerdigt. Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene mussten die Anlage der Gräber und die Beerdigung der Bombenopfer vornehmen.
Neben Bombenopfern aus Harburg befinden sich darunter auch 471 Gräber von so genannten „Fremdarbeitern“ sowie Gräber von Zwangsarbeitern aus dem Konzentrationslager Neuengamme. Diese Menschen kamen durch Bombenangriffe auf ihre Zwangsarbeitsstätten (Deutsche Werft am Reiherstieg, Erdölfabrik Schindler, Wilhelmsburg-Eurotank) um, weil sie in der Regel die Luftschutzkeller nicht betreten durften.
Ausgestaltet sind die Gräber der Bombenopfer mit Kissengrabsteinen. Zwischen den Reihen befinden sich Rasenflächen.

Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft
Im zentralen Bereich des Neuen Friedhofs befindet sich in einer ovalen Rasenfläche eine Grabstätte für 476 Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft aus verschiedenen Nationen (Belgien, Frankreich, Niederlande, Italien, Kroatien, Lettland, Polen, Rumänien, Russland, Slowakei, Spanien, Tschechische Republik). 243 Opfer sind namentlich bekannt, so dass ihre Namen in zwölf einfache Liegeplatten eingemeißelt werden konnten. Eine größere Gedenktafel nennt ihre Herkunftsländer. Die übrigen Opfer sind namentlich unbekannt.

Im nordwestlichen Bereich des Neuen Friedhofs, am Beerentalweg, befindet sich eine weitere Grabanlage für Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. In einer gemeinsamen Grabstätte sind 16 polnische Zwangsarbeiter bestattet worden, die am 22. März 1945 umkamen.
Die Anlage ist an ihrer Breitstele mit Kreuz und polnischer Inschrift zu erkennen.